Blackfield - Blackfield IV - Cover
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Blackfield Blackfield IV


  • Label: KScope/EDEL
  • Laufzeit: 32 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem verzückend melancholischen Art-Pop ist nur noch normaler Pop übrig geblieben.

Blackfield sind nicht mehr Blackfield. Schockierend? Mittlerweile nicht mehr wirklich, aber leider Realität. Der israelische Superstar Aviv Geffen ist mehr oder weniger auf sich alleine gestellt, denn Herr Steven Wilson hat sich komplett auf sein Soloprojekt fokussiert und alles andere abgestoßen. Na und, denkt sich der geneigte Art-Pop-Hörer, Aviv Geffen hat doch schon seit „Blackfield II“ so gut wie alle Songs selbst geschrieben. Wer braucht da schon ein englisches Prog-Genie?! Nun, hier liegt der Hund begraben, denn ohne Herrn Wilson fehlt dem Großteil des Musikguts auf „Blackfield IV“ das gewisse Etwas. Die magischen Momente und der melancholische Tiefgang gehen den Songs genauso ab, wie die extrem eingängigen Refrains der beiden ersten Alben. Aus dem verzückend melancholischen Art-Pop ist nur noch normaler Pop übrig geblieben.

Ganz auf sich allein gestellt ist Geffen aber nicht, denn damit sich „Blackfield IV“ nicht als ein verkapptes Soloalbum entpuppt, hat sich der Israeli einige Gastsänger eingeladen. So hören wir in dem völlig belanglos vor sich hin plätschernden „XRay“ Vincent Cavanagh von Anathema, Brett Anderson (Suede) singt in „Firefly“, das sich durch seine Stimme als auch durch die Keyboards deutlich vom Rest abhebt und Jonathan Donahue (Mercury Rev) leiht seine Stimme der akustischen Nummer „The Only Fool Is Me“. Natürlich taucht auch Steven Wilson als Sänger auf, nur zwei Mal, eher als Gast also, aber das reicht, damit alle (Plattenlabel, Promoagenturen und Aviv Geffen selbst) so tun, als ob sich bei der Band nichts geändert hätte. Jene beiden Songs („Pills“ und „Jupiter“) stehen in der melancholischen Tradition der Band, besonders „Jupiter“ ist ein gelungener, typischer Blackfield-Song, während „Pills“ eher eine Kopie einer Kopie der alten Lieder ist.

Finden wir uns damit ab, dass wir „nur noch“ Pop vor uns haben, dann springen einige unbeschwerte, leichte Popsongs dabei raus. Nett, kurzweilig, teils sehr schnulzig, teils mit fast schon peinlichen Beats, aber auf Dauer eben zu belanglos. Geffen lässt den Songs zu wenig Entfaltungsspielraum, würgt einige regelrecht ab. Bei einer resultierenden Spielzeit von lediglich knapp 32 Minuten sollte man sich keine Schwachstellen erlauben, die sind jedoch auf „Blackfield IV“ vorhanden. In diesem Zustand darf man von dieser Band nicht mehr allzu viel erwarten. Aus die Maus.

Anspieltipps:

  • Jupiter
  • Firefly
  • Kissed By The Devil

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