Katie Melua - Ketevan - Cover
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Katie Melua Ketevan


  • Label: Dramatico/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Moderner, perkussiver und wuchtiger als in der Vergangenheit, aber trotzdem „back to the roots“.

Fast zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit Katie Melua (29) mit ihrer Single „The closest thing to crazy“ im Dezember 2003 debütierte und quasi aus dem Stand heraus eine kommerzielle Erfolgsgeschichte begann, die bis heute zu den bemerkenswertesten Stories zählt, die das Pop-Business zu bieten hat. Schließlich ist Katie Melua kein überdrehter Medien-Popstar im Sinne einer Madonna, Lady Gaga, Miley Cyrus oder Rihanna, sondern scheinbar immer noch das kleine, schüchterne Mädchen aus Georgien, das mit verträumten Folk-Pop-Liedern um die Gunst des Hörers buhlt.

Zwar hatte Katie Melua auf ihrem letzten, von William Orbit (Madonna, Sugababes, P!nk) und Guy Chambers (Kylie Minogue, Robbie Williams, James Blunt) betreuten Album „The House“ (05/2010) einen dezenten stilistischen Ausbruch gewagt, der aber mit ihrem neuen Werk „Ketevan“ schon wieder als beendet gilt. Denn auch wenn sich die Produktion von „Ketevan“ etwas moderner, perkussiver und wuchtiger als in der Vergangenheit anhört, geht das Album prinzipiell zurück zu den musikalischen Wurzeln der 29-Jährigen.

Als Grundlage dienen wiederum die typisch-sehnsuchtsvollen Melodien, die Katie Melua zusammen mit Mentor Mike Batt, dessen Sohn Luke sowie Toby Jepson (Saxon, The Virginmarys, The Answer) geschrieben hat. Damals wie heute würde dazu eine einfache Begleitung auf der Gitarre („The love I’m frightened of“) oder dem Piano („Never felt less like dancing“) genügen. Doch Arrangeur Mike Batt hat fast das gesamte Album mit den Klängen eines Sinfonieorchesters unterlegt, das mal mehr („Where does the ocean go?“), mal weniger („Sailing ships from heaven“) in den Fokus gerückt wird.

Dies gelingt, ohne dass tonnenweise Tonspuren mit Instrumenten zugekleistert werden und der Hörer von einer aufdringlichen Wall of Sound erschlagen wird. „Ketevan“ hat vielmehr den Charakter eines analog eingespielten Albums, das einen sehr warmen Sound mitbringt. Dabei ragen augenzwinkernde Titel wie „Idiot school“, beschwingte Singalongs wie „Mad, mad men“ sowie die Singleauskopplung „I will be there“ heraus. Diese besticht durch eine von Streichern und Bläsern getragene Melodie, die auf Anhieb zu Tränen rührt und das beste Beispiel für die neue „alte“ Katie Melua ist.

Anspieltipps:

  • Idiot school
  • I will be there
  • Mad, mad men
  • The love I’m frightened of

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