Trouble - The Distortion Field - Cover
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Trouble The Distortion Field


  • Label: Flying Dolphin/Rough Trade
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch mit neuem Frontmann wissen die Underground-Heroen zu überzeugen.

Mehr Ärger im Anmarsch! Zum Glück - möchte man da fast sagen, denn fünf Jahre nach ihrer letzten Langrille gehören die aus Chicago stammenden Trouble noch lange nicht zum alten Eisen. Und wer sie tatsächlich abgeschrieben hat, wird nun eines Besseren belehrt. Tatsache ist, dass die Doomster und Stoner Rocker vital und einfach nicht tot zu kriegen sind. Nach Ankündigungen und News der letzten Monate stellen sich Fans dennoch eine große Frage: Können Kory Clarke und ganz besonders Eric Wagner am Mikro wirklich vernünftig ersetzt werden? Solange man keine all zu eng angelegten Scheuklappen trägt, lautet die Antwort schlicht und ergreifend: ja! Neuzugang Kyle Thomas (ex-Alabama Thunderpussy, ex-Floodgate) ist nach seinem Live-Stelldichein Ende der 90er-Jahre endlich ein vollwertiges Mitglied und passt wie Arsch auf Eimer.

Im Vergleich zu Fanliebling Wagner, singt Thomas weitaus tiefer und mimt auf „The Distortian Field“ nicht nur einmal erfolgreich den Badass. Stoner-Rock-Schmankerl wie „Paranoid Conspiracy“, „The Broken Has Spoken“ und „Sucker“ scheinen voll und ganz auf ihn zugeschnitten zu sein und strahlen absolute Coolness aus. Aber auch komplexeres Material kriegt er gebacken. Das ist wichtig, denn Trouble bleiben sich auf ihrem achten Studioalbum treu. Zwar verzichten sie weitgehend auf die stellenweise arg psychedelischen Elemente eines „Simple Mind Condition“ (2007) und sind sehr viel heavier und straighter unterwegs, doch Kompositionen wie der Opener „When The Sky Comes Down“, „The Greying Chill Of Autumn“ oder das groovige „Butterflies“ sprechen klar dafür, dass Trouble eine Band sind, die ihren eigenen Sound schon längst gefunden hat und ihn immer wieder frisch präsentiert. Interessanterweise hat das kurze Intermezzo „Bleeding Alone“ besondere Aufmerksamkeit verdient. Zu schade, dass sie aus dem hypnotischen Kleinod nicht mehr gemacht haben. Das beinahe als Hommage an die Underground-Progger Psychotic Waltz durchgehende „Bleeding Alone“ fasziniert mit einer unheimlich dichten Atmosphäre. Hier nutzen Trouble ihre eigene Steilvorlage leider nicht.

Die direkt aufeinanderfolgenden „Sink Or Swim“ und das mit einem absoluten Killerriff ausgestattete „One Life“ sind gar zwei Nummern, die sich ohne falsche Bescheidenheit mit dem legendären Material auf „Psalm 9“ (1984) oder „Run To The Light“ (1987) messen können. Beide stehen stellvertretend für den Sound Troubles. Sie sind tonnenschwer, zähflüssig, düster und teilweise auch abgefahren-psychedelisch. Fanherz, was willst du mehr? „The Distortion Field“ ist eine Rückkehr der Underground-Legenden, die man sich erhofft hat. Klar, ein Klassiker ist der Longplayer nicht geworden. Dafür sind Trouble einfach zu routiniert und haben in der Vergangenheit bereits alles gesagt. Umso schöner, dass sie konstant die Stellung halten und trotz dem einen oder anderen Problem in der Vergangenheit einfach nicht müde werden wollen. Anhänger machen sich mit Freude auf ordentlich Ärger gefasst, Skeptikern sei an dieser Stelle gesagt, dass Frontmann Kyle Thomas ein würdiger Ersatz für Clarke und Wagner ist und für frischen Wind sorgt.

Anspieltipps:

  • When The Sky Comes Down
  • Sink Or Swim
  • One Life
  • Butterflies
  • Bleeding Alone

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