Iwrestledabearonce - Late For Nothing - Cover
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Iwrestledabearonce Late For Nothing


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit neuer Frontfrau und fast schon gewöhnlichen Songstrukturen haben Iwrestledabearonce ein Stück ihrer Einzigartigkeit eingebüßt.

Die Sängerin oder den Sänger einer Band auszutauschen - das war noch nie eine leichte Angelegenheit. Was werden die Fans zu dieser Veränderung sagen? Wie werden die alten Songs nun live klingen? Und passt das alles überhaupt noch zusammen? Fragen über Fragen, die im Sommer 2012 auch auf Iwrestledabearonce zukamen, als ihre bisherige Frontfrau Krysta Cameron, ihres Zeichens schreiendes Aushängeschild der Band, die laufende Warped Tour aufgrund ihrer Schwangerschaft verließ. Wie also bitte diese Lady ersetzen?

Viele hätten vermutlich niemals geglaubt, dass es überhaupt irgendeine (verfügbare) Sängerin gibt, die ähnliche Sachen mit ihrer Stimme anstellen kann wie Krysta Cameron. Und doch ging der Wechsel erstaunlich reibungslos über die Bühne: Die Neue heißt Courtney LaPlante, ist Mitglied der mittlerweile zwangspausierenden Band Unicron und kann auch gewaltig ins Mikrofon grunzen. Der Witz: Sie und ihre Vorgängerin sehen sich aus einer gewissen Entfernung gar nicht mal so unähnlich und klingen für Nicht-Fans auch relativ gleich, weshalb die Neubesetzung von dem einen oder anderen Festivalbesucher mit Sicherheit gar nicht wahrgenommen wurde. Wer Iwrestledabearonce nur als „die durchgeknallte Band mit der krassen Sängerin“ kennt, bekommt das auch weiterhin vorgesetzt - wenn auch mit einigen Abstrichen, wie das neue Album „Late For Nothing“ deutlich macht.

Aufgeräumter klingt die Scheibe, auch etwas durchdachter als zu „It‘s All Happening“-Zeiten. Die Electro-Spielereien wurden deutlich zurückgefahren, es dominieren hart hingerotze Strophen und Clean-Gesang im Refrain, beides von Courtney LaPlante dargeboten. Überraschungen gibt es nur noch wenige, hier und da ein Breakdown, ansonsten geht es so geradlinig zu, dass schon fast herkömmliche Songstrukturen zu erkennen sind. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder mit sich selbst klären. Bedeutet gut fürs Gehör im Fall von Iwrestledabearonce schlecht fürs Image?

Wie immer in einem solchen Fall wird es Fans geben, die mit der neuen Frontfrau gar nichts anfangen können und sich nur Weniges sehnlicher wünschen als die Rückkehr von Krysta Cameron. Aber ganz objektiv betrachtet, macht Courtney LaPlante einen hervorragenden Job, auch wenn Iwrestledabearonce nun etwas „gewöhnlicher“ klingen und nicht mehr ganz so einzigartig wie zuvor, was aber nur zum Teil an der Neubesetzung liegt. Heftig zur Sache geht es auf „Late For Nothing“ trotzdem und würden sich die einzelnen Titel nicht alle so ähneln - die Freude über diesen Output wäre noch um einiges größer. Durchgedrehte Highlights wie einst „Tastes Like Kevin Bacon“ oder „You Know That Ain't Them Dogs' Real Voices” gibt es nicht mehr, dafür einige gute Songs („Thunder Chunky“, „Firebees“), die aber leider fast schon von Deadlock, The Agonist usw. stammen könnten. Und das ist für Iwrestledabearonce kein Kompliment.

Anspieltipps:

  • Thunder Chunky
  • Firebees
  • Letters To Stallone

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