Slut - Alienation - Cover
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Slut Alienation


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das gefühlte Comeback-Album der Ingolstädter.

Was Slut wohl heutzutage über ihren damals aus jugendlicher Unbeschwertheit gewählten Namen sagen? War ja in der Vergangenheit schon häufiger einigermaßen absurd - von wegen Schlampe spielt die „Dreigroschenoper“ und so. Aber wie dem auch sei: „Alienation“, das sechste Album der Ingolstädter Indie-Institution, kann in etwa als Mischung aus „StillNo1“ und dem bandeigenen Klassiker „Lookbook“ mit starken Anleihen an alles, was Thom Yorke seit 2001 so getrieben hat, insbesondere „The Eraser“ und die „Amnesiac“/„Kid A“-Phase bei Radiohead, beschrieben werden. Slut sind wie immer der ohne Trend folgende deutsche Katalysator englischsprachigen Alternative-Krams. Und darin sind sie gut.

Beatorientiert und perkussiv also sind viele Stücke, alleine „Next Big Thing“ ist ein klassischer Slut-Track, welcher die Tradition der unrepräsentativ-simplen Single in „Easy To Love“- / „If I Had A Heart“-Manier fortsetzt, aber leider nicht so stark wie die Genannten geraten ist. Überhaupt ist es schade, dass die heimliche Slut-Lieblingsplatte „Nothing Will Go Wrong“ hier so wenig Spuren hinterlassen hat - könnte den Nummern doch teilweise etwas mehr Schmiss nur gut tun. Dafür sind auf „Alienation“ dennoch gerade die unscheinbareren Stücke wie „Broke My Backbone“ besonders gelungen, wobei immer wieder auffällt, dass Chris Neuburgers Stimme einfach nicht altern will und nach wie vor die große Stärke der Band ist.

Alle Produzenten, die je an einem Slut-Album gearbeitet haben, haben für „Alienation“ Stücke produziert: Tobias Siebert, Oliver Zülch, Mario Thaler, Tobias Levin sowie Olaf O.P.A.L. Dies macht sich klanglich aber interessanterweise kaum bemerkbar; scheinbar gibt es eine Art Indie-Pop-Standard-Reglerstellung in deutschen Studios. Künstlerisch also keine Notwendigkeit, aber der Nostalgie wegen: passt schon. Wie überhaupt bei Slut: Solange sie noch da sind, ist alles okay.

Anspieltipps:

  • Broke My Backbone
  • All Show

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