Gentle Giant - Memories Of Old Days: A Compendium Of Curios, Bootlegs, Live Tracks, Rehearsals And Demos 1975-1980 - Cover
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Gentle Giant Memories Of Old Days: A Compendium Of Curios, Bootlegs, Live Tracks, Rehearsals And Demos 1975-1980


  • Label: Chrysalis/EMI
  • Laufzeit: 362 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das nächste große Box-Set der britischen 70er-Jahre-Prog-Rocker.

Wenn es um die Mehrfachauswertung von Katalogware geht, ist der kürzlich von Universal Music geschluckte britische Plattenriese EMI Records eine der aktivsten Firmen auf dem Markt. Dabei hat sich die Plattenfirma eine besondere Taktik zu eigen gemacht: In nicht besonders hübschen, aber vergleichsweise kostengünstigen Box-Sets zu vier bis sechs CDs, werden Studio- und Live- Veröffentlichungen zumeist ehemaliger Vertragspartner aus den Archiven zusammengetragen und ohne große Werbung auf den Markt geworfen.

Allein in den vergangenen 12 Monaten wurden auf diese Weise Box-Sets von u.a. UFO, Saxon, Runrig, Marillion, Gentle Giant, Ian Hunter und Roxy Music (um nur eine kleine Auswahl zu nennen) dem Plattenmarkt zugeführt. Und die Re-Release-Welle kennt vorerst kein Ende. Denn nachdem das EMI-Label erst vor einem guten Jahr das Box-Set „I Lost My Head: The Chrysalis Years (1975-1980)“ der britischen Prog-Rocker Gentle Giant veröffentlichte, ist mit „Memories Of Old Days: A Compendium Of Curios, Bootlegs, Live Tracks, Rehearsals And Demos 1975-1980“ nun schon der nächste Wurf aus dem Hause Gentle Giant an der Reihe.

Diesmal werden dem geneigten Hörer und Sammler fünf CDs mit 76 Songs und sechs Stunden Spielzeit kredenzt, die sich um das musikalische Geschehen außerhalb der auf dem vorherigen Box-Set behandelten Studiowerke dreht. Damit ist für eine Band, die in ihrer zehnjährigen Geschichte 14 Studio-, Live- und Compilation-Alben veröffentlichte, eine ganze Menge Holz zusammengekommen. Und das, obwohl die Band um die schottischen Brüder Phil (75), Derek (65) und Ray Shulman (63) nie zu den bedeutenden kommerziellen Pfeilern des Prog-Rock gehörte (vergleiche: Jethro Tull, Genesis, Yes). Stattdessen waren Gentle Giants mehr ein Thema für echte Prog-Freaks, denen es nicht die Synapsen verspulte, wenn das Quintett mit über 30 Instrumenten auf der Bühne herumhantierte und auf Nebensächlichkeiten wie Hooklines und Riffs verzichtete.

Waren Gentle Giant also schon in ihrer aktiven Schaffensphase sehr speziell unterwegs, ist es das neue, mit Raritäten gespickte Box-Set erst recht. Denn hier wird direkt in die Studio-Entstehungsprozesse bzw. auch in die Proben diverser Songs hineingehört, was häufig improvisiert, unfertig und rau klingt und das eine oder andere Mal nicht über eine mittlere Bootleg-Qualität hinwegkommt. Zudem ist der Hörer bei verschiedenen Live-Stationen von Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre zu Gast, die grundsätzlich zugänglicher als das Demo- und Probenmaterial sind, aber unterm Strich bestätigen, dass „Memories Of Old Days: A Compendium Of Curios, Bootlegs, Live Tracks, Rehearsals And Demos 1975-1980“ – wie der Titel schon andeutet – nur etwas für hartgesottene Prog-Freaks und große Gentle-Giant-Fans ist.

Anspieltipps:

  • For nobody
  • Underground
  • Mountain time
  • Playing the game
  • I’m turning around
  • Two weeks in Spain
  • All through the night
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