Chris Evans & David Hanselmann - Stonehenge: From Then Till Now - Cover
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Chris Evans & David Hanselmann Stonehenge: From Then Till Now


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein vergessener Klassiker oder nicht mehr als aufgewirbelter Staub von 1980?

Heute verbindet man mit dem Namen Chris Evans nur noch einen Schauspieler, der an so renommierten Filmen wie „Sunshine“ mitgearbeitet hat. Vor über dreißig Jahren gab es jedoch auch den einen oder anderen Musikfan und Kenner der Szene, der einen ganz anderen Chris Evans für seine Kollaboration mit dem Stuttgarter David Hanselmann pries. Das Ergebnis „Stonehenge“ war ein Larger-Than-Life-Rock-Epos, das Queen in den Schatten hätte stellen können. Irische Folk-Einflüsse, keltische und christliche Mythologie, Instrumentalwahnsinn auf Soundtrack-Niveau und alles von romantischer Ballade bis hin zum biblischen Rocker haben die meisten Hörer schlichtweg überfordert. Um 5 Titel erweitert und immer noch genauso facettenreich, möchte man auch heute bei allem Lob festhalten: weniger ist manchmal mehr.

„Stonehenge“ erinnert nicht nur an Programmmusik, sondern es ist genau diese. Von Spannungsbögen typischer Hymnen und Intermezzi in Form von Instrumentalstücken („Earthmagic“) oder der üblichen Ballade, die minimalistisch mit beinahe nur dem Hauptthema auskommt, um das Tempo aus der Geschichte zu nehmen und Emotionen in den Vordergrund zu rücken („Guinevere“) ist alles vertreten, was anspruchsvolle Rockfans glücklich machen kann. Dass die beiden genannten Stücke für sich alleine niemanden mitreißen, lassen wir einfach mal außen vor. Womit „Stonehenge“ auftrumpft sind Rockgiganten vom Format des Openers „Genesis“. Hier werden all die Töne getroffen, die schon Queen zur Weltmarke gemacht haben. Die keltischen Einflüsse und Mythologien überladen die sowieso schon prächtigen Sounds letztendlich nur.

Auch im Pop-Sektor probiert sich das Duo mit „Salisbury Plain“ und „Silbury Hill“ durchaus überzeugend, doch nicht nur die Titel erinnern an den überragenden Peter Gabriel. Wie schon bei den Rock-Opern ist ein klares Vorbild auszumachen, das das vorliegende Werk in den Schatten stellt. Damit ist auch die Frage beantwortet, warum sich dieser wirklich interessante Mix zu seiner Zeit nicht durchsetzen konnte. Man hatte als Hörer schlichtweg größere und zielgerichtetere Angebote in Hülle und Fülle. Das macht starke Rocksongs wie den Opener oder klasse Pop der Achtziger in Gestalt von „The Stones Of Avebury“ nicht schlechter, beschreibt aber auch die stärker fokussierten Momente des Albums.

Die neuen Songs strecken das Originalvergnügen leider nur und sind im besten Fall nette Zugaben („Stonehenge Theme“). Ansonsten knabbern die Stücke am früheren Verlauf und seien es Rocker („Layamon's Prophecy“) oder überaltert klingende Instrumentalstücke („Lancelot + Guinevere“), die übrigens alle nicht gut gealtert sind. Wer seine Sammlung an epischem Rock der überlebensgroßen Sorte unbedingt erweitern möchte, der könnte mehr falsch machen, als sich dieser überladenen, aber stellenweise wirklich starken Ansammlung von Songs zu widmen. Das teils allerdings künstlich aufgeblasene Angebot an „Klassikern“ lässt jedoch zum selektiven Kauf per Download tendieren.

Anspieltipps:

  • Genesis
  • Salisbury Plain
  • The Stones Of Avebury
  • Glastonbury, King Arthur's Castle

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