Dragonsclaw - Judgement Day - Cover
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Dragonsclaw Judgement Day


  • Label: Killer Metal Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Australiens neuer Stern am Himmel des Old School Metals beweist, wie solche Musik zu spielen ist.

Und schon wieder eine Band von Down Under. Wenn Australien denn schon Metal exportiert, kann man sich auf starkes Material freuen. Man denke nur an die auf Wombats reitenden Thrash-Dämonen um Hellbringer oder auch Mortification! Jetzt wetzen Dragonsclaw aus Sydney die Krallen des traditionellen Heavy Metals. Und die im Jahre 2010 gegründete Kombo weiß, wie's geht! Nach ihrem Debüt „Prophecy“ (2011), welches im Underground einen sowohl kommerziellen als auch kritischen Achtungserfolg feiern konnte, legen Giles Lavery (Gesang), Ben Thomas (Gitarre), Aaron Bryn (Bass), Ray Martens (Keyboard) und Alcides Stowe (Schlagzeug) nach und statuieren mit dem Nachfolger „Judgement Day“ ein Exempel, wie eine traditionelle Spielweise auch heute noch höchst relevant sein kann.

„Judgement Day“ ist straighter Old School Heavy Metal. Das Album ist heavy, es ist schnörkellos und es macht absolut keine Gefangenen. Bis auf das atmosphärische Intermezzo „Onset Of War“ gehen die Jungs daher auch von Anfang bis Ende in die Vollen. Kompositionen wie der Opener „Watching My Every Move“, „Battle Cry“ und „Bullet“ (definitiv die zukünftige Bandhymne) haben die unbeschwerte Kompromisslosigkeit von Judas Priest ab ihrer Painkiller-Phase. Immer wieder wird schließlich mit Elementen des US-Power Metals gespielt, ohne dass dieser Überhand gewinnt. Frontmann Giles Lavery ist dabei das i-Tüpfelchen. Er hört sich teilweise wirklich wie Ripper Owens (ex-Iced Earth) an und kriegt sowohl Screams als auch Falsett sogar ein wenig besser als dieser hin. In Songs wie dem atmosphärisch, progressiv aufgebauten „Fly: Defenders Of The Skies (Part II)“ sowie dem wunderbar melancholischen, an neuere Maiden erinnernde „Eternally“ überzeugt der gute Herr definitiv von seinen Qualitäten, während er ebenfalls die ruhigen Töne („Fear“) mühelos trifft. Und auch wenn die Jungs den Underground-Legenden von Warlord im Cover „Lucifer's Hammer“ huldigen, kann sich deren Frontmann Richard M. Anderson warm anziehen. Lavery ist ohne Frage das größte Argument von Dragonsclaw, denn seine Stimmbänder sind aus feinstem Metall. Andere Sänger, vor allem die, welche im US-Power beheimatet sind, würden dafür definitiv morden.

Besonders zusammen mit Axtmann Thomas wird immer dafür gesorgt, dass die Kompositionen den letzten Schliff bekommen - zwischen dem unbändigen Drive und der Härte hat man immer Zeit mit eingängigen und virtuosen Soli für Auflockerung zu sorgen. Wer die Spanier von Tierra Santa kennt, weiß was ihn erwartet und freut sich über einen eingängigen Aufbau der Songs, welche nicht selten gerade durch die Gitarrenarbeit einen gewissen Ohrwurm-Faktor bekommen. Somit bewegt man sich in einem Spektrum zwischen Tradition und Moderne. Genau so hat sich eine Old-School-Band heute anzuhören: knackig, laut, fett und glasklar produziert! Metaler für die das Rad nicht unbedingt neu erfunden werden muss, finden in Dragonsclaw einen weiteren guten Vertreter der alten Schule. Ein extrem durchdachtes und stilsicheres Songwriting spricht definitiv für diese Band. Kurzum: Die Australier wissen was sie tun. Und sie tun es verdammt gut.

Anspieltipps:

  • Watching My Every Move
  • Bullet
  • Fly: Defenders Of The Skies (Part II)
  • Eternally

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