Raffertie - Sleep Of Reason - Cover
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Raffertie Sleep Of Reason


  • Label: Ninja Tune/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein ruhiges, unaufdringliches Debütalbum mit einigen Überraschungen, die sich in der Liebe zum Detail verstecken.

Es ist nicht ganz einfach, die Musik von Raffertie in eine einzelne Kategorie einzuordnen. Der Vorbote „Build me up“, als Single veröffentlicht, hat dazu geführt, dem Album „Sleep Of Reasons“ den Stempel „Electro“ aufzudrücken. Das ist auch richtig so. Wer dabei jedoch an Partymusik oder gute Laune denkt, hat weit gefehlt. „Sleep Of Reason“ enthält stattdessen 13 ruhige, teils minimalistische Titel, die der Kategorie „tiefgründige Melancholie“ deutlich näher stehen als trivialer Tanzmusik.

Genau darin liegt leider aber auch das Problem des Debütalbums des britischen Jungkünstlers. Die Platte ist kein Werk, das man mal so kurz nebenher anhört. Aller Wahrscheinlichkeit nach bekommt man in diesem Fall gar nicht so viel mit, außer man hat die Lautstärke voll aufgedreht. Abgesehen von ein paar rhythmisch schnellen Songs (z.B. „Touching“), halten sich die Lieder sehr zurück, während sie zwischen schlummerndem Bass, unterschwelligem House und einer extrem abgeschwächten Form des Dubstep variieren.

Da kommen Abwechslungen wie das kurze Duett „Trust“, das vor allem durch die Stimme der Künstlerin Yadi auffällt, sehr gelegen. Der Song eignet sich allerdings auch, eine weitere Besonderheit herauszustellen: ein Satz, in diesem Fall „If you‘ll do it again my way“, wird als einzige Textkomponente verwendet und bis hin zur tranceartigen Meditation wiederholt. Der Produzent bedient sich diesem Stilelement in den meisten seiner Songs.

Abgesehen vom allseits gelobten und bereits bekannten „Build me up“ ist die zweite Hälfte, beginnend bei „Trust“ die stärkere des Albums. Gleich im Anschluss baut sich „Principle action“ als exotischer, fast fröhlicher Song auf, bevor „Known“ beweist, dass die Kraft in der Ruhe liegen kann. Düster, ruhig und trotzdem mitreißend bestätigt Benjamin Stefanski die Erwartungen an sein Album - zumindest zum Teil. Die Luft nach oben muss in seinen jungen Jahren keine problematische Angelegenheit sein, mit seinem Debütalbum beweist er auf jeden Fall große Liebe zum Detail. Tipp: Ganz laut aufdrehen, um wirklich alles mitzubekommen!

Anspieltipps:

  • Build me up
  • Trust
  • Principle action
  • Known

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