Underground Lovers - Weekend - Cover
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Underground Lovers Weekend


  • Label: Rubber Music/CARGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Inbegriff eines One-Note-Albums, das aus Ideen auf dem Reißbrett schlichtweg nicht mehr macht.

Lieder können weit ausschweifende Werke sein, die Genres an den Rand ihrer Möglichkeiten treiben. Sie können jedoch auch wie der berühmt berüchtigte „Song 2“ aus einer einzigen Grundidee bestehen und die Hörer kurz aber knackig an sich binden und zum Kult aufsteigen. Im Pop-Genre beherrscht der Gedanke einer guten Idee das Geschäft. Oft durch Hooklines oder den Chorus dargestellt, schaffen Tracks sich mit ihrer Simplizität den schnellsten und langlebigsten Weg in unsere Gehirne. Inspiriert von Jean Luc Godard's Film „Weekend“ wurde das gleichnamige neue Album der Underground Lovers wohl auch mit dem Vorsatz entworfen, dass jedes Lied nur eine einzige Idee widerspiegeln darf.

Zurück zu „Song 2“. Würde der mit Sicherheit berühmteste Blur-Titel statt zwei Minuten zwischen vier und fünf Minuten dauern, dann wäre seine Wirkung wohl nur ansatzweise so enorm. Genau dieses Problem trifft auf „Weekend“ zu. Ohne dass sich die ersten drei Tracks ähneln und vom sphärischen Opener über den geradlinigen Stadionrocker die werbetaugliche Ballade vorführen, haben diese Titel eines gemein. Sie haben nach etwas mehr als einer Minute nichts Neues zu erzählen. Jeder Akkord wurde gespielt, jedes Wort gesungen und jeder Rhythmus abgehakt. Und dann lässt die Band die Songs meist mehr als zwei Minuten lang auslaufen. Und so gut die Grundideen eines „Spaces“ scheinen, so generisch und letztlich penetrant wirkt die immer gleiche Melodie ganz schnell.

Ändert sich etwas an dieser Herangehensweise? Bis auf das sich sacht, aber bestimmt entwickelnde und ausbreitende „Dream To Me“ und die wirklich gewollt im Nirwana wabernde Nummer „In Silhouette“ geht der Spaß der künstlichen Überlänge artig weiter. Man kann sich gut vorstellen, dass die Band ihren Melodien Platz geben wollte, damit sie sich voll entfalten können, wie es in Verbindung mit Godards Film wohl Sinn ergibt. Die schonungslose Wahrheit ist jedoch, dass die Musik alleine sehr schnell zu generischer Hintergrundmusik wird. Die Lieder haben ihre Geschichte selbst alle sehr schnell erzählt und dann fehlen schlichtweg die Bilder wie im Album-Trailer, die das Interesse an den gespielten Tönen am Leben halten und dadurch fad wirkenden Arrangements den nötigen Zug geben.

Anspieltipps:

  • Dream To Me
  • Can For Now
  • In Silhouette

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