Listener - Time Is A Machine - Cover
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Listener Time Is A Machine


  • Label: Tangled Talk Records
  • Laufzeit: 31 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine musikalische Offenbarung, die nicht für jedermann gedacht ist.

Listener muss man kennen. Damit ist nicht gemeint, dass sie einen Weltruf hätten, sondern vielmehr, dass es von Vorteil ist, die Band bereits im Voraus zu kennen, um zu wissen, worauf man sich einlässt. So verkörpern Listener keinen Gesang im üblichen Sinne, sondern Dan Smith trägt seine Texte oft schnell und hektisch vor. Auch Reime wird man vergebens suchen, denn der Bassist schreit seine Lyrics vielmehr heraus. Laut und oftmals auch wütend kraftvoll, kämpft Dans Stimmorgan gegen die Instrumente an und wird nicht wenigen als Störfaktor auffallen. Wer dieser kratzbürstigen Konstante allerdings verzeihen kann, bekommt ein instrumentales Prachtwerk voller Energie und Gefühl zu hören.

Was Listener alles richtig machen, ist schwer zu beschreiben. Der hallende Klang der Aufnahmen wirkt gewollt und erzeugt einen Garage-Sound, der angenehm laut anstatt LoFi-dumpf klingt. Ob Westerngitarren („Eyes To The Ground“) oder Walls of Sound in vielen der acht Stücke: was da zündet, knallt und scheppert, trägt stets Kraft, Melancholie und Aufbruchsstimmung zugleich mit sich. Wie die Band sich aus leisen Tönen steigert („Tornadoes“) oder direkt in ein Rock-Unwetter schlittert und uns mitreißt („I Think It's Called Survival“), ist immer wieder fast schon atemberaubend. Ganz natürlich und ohne das kleine Rock-Einmaleins fesseln Listener stets aufs Neue.

Wer jetzt noch Smiths kontroverse Vortragsweise der Texte mag, kniet schon längst vor diesen Tönen nieder und bastelt am Altar. Auch so ist es allerdings unmöglich, sich diesen Arrangements als Rockfan zu entziehen. Instrumental gesehen ist das Album oberste Liga. Die Band ist nicht nur der Beweis, dass man mit vergleichsweise kleinen Mitteln die ganz großen Melodien auspacken kann. Hier versteckt sich niemand hinter 08/15-Strukturen. Anstatt dessen darf sich die Ballade „Not Today“ zu einem Sturm aus Post-Rock entwickeln und Tracks wie „There Are Wrecking Balls Inside Us“ bieten unseren Ohren ein aufregendes Schleudertrauma. Diese halbe Stunde lässt unmöglich kalt und in den meisten Fällen ist das durchaus etwas sehr Gutes.

Anspieltipps:

  • Eyes To The Ground For A Change
  • Tornadoes
  • There Are Wrecking Balls Inside Us

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