Mono Inc. - Nimmermehr - Cover
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Mono Inc. Nimmermehr


  • Label: Nocut/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mono Inc. wandeln auf den Spuren von Unheilig und haben Joachim Witt im Schlepptau.

In den 80er-Jahren gehörte Joachim Witt zur Neuen Deutschen Welle und hatte 1981 mit „Goldener Reiter“ seinen ersten Singlehit. Doch mit dem Abebben der Neuen Deutschen Welle verließ auch Jochim Witt der Erfolg. Erst im Jahr 1998 gelang ihm ein Comeback mit dem Song „Die Flut“, den er im Duett mit Peter Heppner (Wolfsheim) sang. Mit diesem Titel und dem dazugehörigen Album „Bayreuth 1“ wurde Joachim Witt zum Bestandteil der so genannten Neuen Deutschen Härte. Aber auch die Gothic-Szene fand Gefallen an seinen düsteren und schwermütigen Werken.

Daher überraschte es nicht allzu sehr, dass Joachim Witt die Musiker der Dark-Electro-Formation Mono Inc. anlässlich einer Remixarbeit zu seinem Lieblings-Italiener einlud, der zufälligerweise identisch mit dem der Band war. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft mit Frontmann Martin Engler, die nun zu einer weiteren musikalischen Zusammenarbeit führte: Der Song „Kein Weg zu weit“ auf dem siebten Mono-Inc.-Werk „Nimmermehr“ wurde als Duett eingespielt und erinnert an Unheiligs Superhit „Geboren um zu leben“.

Mono Inc. selbst haben sich in die oberste Liga des Electro- und Gothic-Rock-Genres gespielt und durften letztes Jahr mit „After the war“ eine Top-Ten-Platzierung in den Charts feiern. Eingängige Refrains in englischer Sprache waren bisher das Markenzeichen der Band. Nun kommt erstmals ihre Muttersprache zum Einsatz: Sieben der zwölf Songs sind auf Deutsch. Damit überraschen Mono Inc. selbst ihre beinharten Fans. Doch womöglich ist die Wahl der Muttersprache darin begründet, dass Mastermind Martin Engler in einigen Songs seinen vor einiger Zeit erlittenen körperlichen Zusammenbruch verarbeitet und sich auf diesem Weg stärker ausdrücken kann. Seinen Ruf als Verfasser emotionaler Texte, die stets auf dem schmalen Grad zwischen echter Betroffenheit und Kitsch wandeln, festigt er dadurch noch weiter.

Die Singleauskopplung „Heile, heile Segen“ erinnert aufgrund ihrer rockigen Strukturen und der im Refrain verwendeten Kinderstimme stark an die Kollegen von OOMPH!. Noch härtere musikalische Kost stellen die stampfenden Songs „Herzschlag“ und „Seligkeit“ dar, während die englischsprachigen Titel „Days like this“, „Euthanasia“ und „My deal with god“ zu den typischen, keyboardgetränkten Mono-Inc.-Tracks im „Sisters Of Mercy“-Stil zählen. Darüber hinaus wechseln sich poppige Balladen („Alles was bleibt“, „Nimmermehr“) mit treibender Rockmusik à la Rammstein („Ich teile dich nicht“) ab.

Mit dieser gewollten Hinwendung zu einem noch größeren Publikum wird offenkundig, dass Mono Inc. wohl nichts dagegen hätten, auf ähnlichen Spuren wie z.B. Unheilig zu wandeln. Trotzdem sollten sich Mono Inc. nicht allzu sehr verbiegen lassen, um Unheilig und Co. nachzufolgen. Denn sie begeistern auch so mit angenehm modischem Düsteren-Rock und haben sich damit bereits eine beachtliche Fanbasis erspielt.

Anspieltipps:

  • My Deal With God
  • Ich Teile Dich Nicht
  • Seligkeit
  • The Clock Ticks On

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