Arctic Monkeys - AM - Cover
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Arctic Monkeys AM


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„AM“ ist eine erste starke Idee davon, wie eine ehemalige Teenager-Band in erwachsener Form klingen kann.

Auf ihrem u.a. von Josh Homme (Queens Of The Stone Age) betreuten, bis dato letztem Studioalbum „Suck It And See” (06/2011) war den Arctic Monkeys scheinbar endgültig jegliche Spontaneität und damit auch die grenzenlose „Sturm und Drang“-Attitüde der frühen Werke verlorengegangen. Gedanklich machte man als Hörer den Sargdeckel über der Band zu und verabschiedete die Jungs um Alex Turner (27) für immer in die prallen Geschichtsbücher der britischen Pop- und Rockmusik, die eh nur auf den nächsten Insel-Hype warten.

Zwei Jahre später melden sich die Arctic Monkeys – und mit ihnen Bands wie Bloc Party, Franz Ferdinand und die Babyshambles – mit einem neuen Longplayer, ihrem mittlerweile fünften, zurück, den sie erneut in Kalifornien eingespielt haben und der schon deshalb nicht die raue Seele des Brit-Rock in sich tragen kann. Ein wenig berappelt im Vergleich zu „Suck It And See” haben sich die vier Sheffielder dennoch, auch wenn das schlicht „AM“ betitelte Werk zu keiner Zeit das Erdbeben eines „ That´s What I´m Not“ (01/2006) aufgreifen kann.

Im Stile erwachsener BritPopper, die ganz genau wissen, was sie tun, haben die Arctic Monkeys ein stilvoll gediegenes Album eingespielt, auf dem scharfkantige Rockgitarren nur noch in Stücken wie „Do I wanna know?“, „Arabella“ oder auch „R U mine?“ ins Geschehen eingreifen. Dafür scheint den Arctic Monkeys in Songs wie „Mad sounds“ mit seinem „Ooh la la la la“-Chorus, den fröhlichen Schubidus in „Fireside“ und den Sixties-Surfer-Harmonien in „I wanna be yours“ förmlich die Sonne aus dem Hintern.

Ein Gemütszustand, der das gesamte Album bestimmt und eine neue, selbstsicherere Form der Lockerheit bei den Briten zutage fördert, die wesentlich greifbarer ist, als sie es auf dem Vorgänger war. Nimmt man dazu das erneute Mitwirken von Josh Homme in den Songs „One for the road“ und „Mad sounds“, das diesmal wesentlich dezenter ausgefallen ist, lässt sich eine Entwicklung bei den Arctic Monkeys ausmachen, die das Beste aus beiden Welten („ That´s What I´m Not“ und „Suck It And See”) zu vereinen versucht und mit „AM“ eine erste starke Idee davon abliefert, wie eine ehemalige Teenager-Band in erwachsener Form klingen kann.

Anspieltipps:

  • Arabella
  • R U mine?
  • One fort he road
  • No. 1 party anthem
  • Do I wanna know?

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