Outroads - I am Happy - Cover
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Outroads I am Happy


  • Label: Labelship/Broken Silence
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein erfrischendes Indie-Folk-Pop-Werk, dem teilweise die Konzentration fehlt.

Outroads um Komponist und Songwriter Geoff Walsh entsprechen so ziemlich genau der romantischen Vorstellung von passionierten Musikern, die einfach nicht aufhören können. Obwohl es seit gut einer Dekade kaum für Aufsehen außerhalb von England gesorgt hat, trifft sich das Ensemble immer wieder und bringt neue, akustisch geprägte Töne auf den Markt. Es hat fast schon etwas von einer Schulband, die sich auch im Berufsleben immer wieder vereint, um der echten Liebe nachzugehen. Und man hofft für die Band, dass, wenn sie Spaß an ihrer neuen Platte „I Am Happy“ hatten, ihr dritter Output nicht ihr letzter sein wird.

Gespenstisch und verspielt beginnt das Album dabei auch frei von kommerziellem Druck. Welche Fokusgruppe von „La Da Die“ auserwählt werden soll, bleibt fraglich. Das ist aber kein Problem. Das Lied ist auch gut, ohne dass jemand einem Trend folgen muss. Der Folk-Pop wird von herzhaft gespielten Akustikgitarren getragen und Kleinigkeiten wie ein Glockenspiel sorgen dafür, dass der Song nicht in der eigenen Ernsthaftigkeit versinkt. Überhaupt schafft die Band es, durch die folkloristische Ansätze ihren Songs jeweils das gewisse Etwas zu geben.

Auch bei „Good Company“ lässt sich hören, wie aus einem guten, aber recht einfachen Akustik-Popsong im Chorus etwas Eigenständiges entsteht. Leider ist der Folk nicht immer da, um für Besserung zu sorgen. In diesen Momenten muss sich die Band darauf verlassen, die richtigen Melodien zu finden. Ein Unterfangen, das nicht immer gelingt. Gleich in „Gravey“ weicht die Frische. Glücklicherweise passiert dies in erster Linie während der Balladen wie „She Looked Like A Friend“ und „Best Not Make A Scene“. Das langsame Tempo und die leicht generische Art der Tracks fallen für jene nicht ins Gewicht, die die netten Melodien und typische Steigerungsläufe wie in letzterem Song nicht verurteilen und stattdessen weiterhin Spaß an den dargebotenen Emotionen finden.

Am stärksten sind Outroads jedoch, wenn sie auf den leicht düsteren Akustik-Pop des Anfangs zurückgreifen. Das passiert in „Happiness“, „Dear Demon“ und „Closer“ glücklicherweise noch oft genug. Dass dem Album ganz am Ende die Luft ausgeht, anstatt sich mit einem Knall zu verabschieden - das ist eine unglückliche Wahl, unterstützt jedoch auch den bestehenden, schwächeren Eindruck, den die meisten der ruhigen Stücke hinterlassen haben. Da diese jedoch keinesfalls als wirklich schwach zu bezeichnen sind und der Folk-Pop zumeist doch die nötige Qualität mitbringt, kann man berechtigterweise von einer geglückten Wiedervereinigung Outroads sprechen.

Anspieltipps:

  • La Da Die
  • Good Company
  • Closer

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