Crash Of Rhinos - Knots - Cover
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Crash Of Rhinos Knots


  • Label: Scary Monsters/ALIVE
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Five dudes from Derby“... so kann man die eigene Musik auch beschreiben.

Wie man Crash Of Rhinos potenziellen Hörern schmackhaft macht? Da gäbe es zum einen die Möglichkeit, sich die audiovisuellen Ausmaße einer Karambolage von Nashörnern vorzustellen. Diese Variante ist unterhaltsam, hat mit dem eigentlichen Soundfeuerwerk auf ihrem zweiten Album „Knots“ allerdings wenig zu tun. Passender und einfacher für die Vorstellungskraft sind wie immer Referenzen und da wären zwei „große“ Namen zu nennen, wenn wir in Sachen Qualität die Messlatte anlegen. Der oft mehrstimmige, geschriene Gesang erinnert nämlich im Zusammenspiel mit dem vorwärts gewandten Rock an die Japandroids. Die oftmals mehrstufigen Tracks hingegen, die ihren Melodien Raum und kongeniale Partner zu geben versuchen, sind den frühen Ausbrüchen von And You Will Know Us By The Trail Of Dead nicht unähnlich. - Na, schon angebissen?

Natürlich können solche Vergleiche die Erwartungshaltung auch in unfaire Höhen schrauben. Schließlich ist es gar nicht so leicht, diesen gerecht werden. Die Antwort in Form des Albums „Knots“ klingt souverän, wenngleich eine Schwäche auszumachen ist, die auch schon auf der letzten Japandroids-Platte zu erwarten war. Nach über 50 Minuten kann die immer gleiche Natur von Power-Rock schon ein wenig ermüdend wirken. Da helfen auf Dauer auch sich wandelnde („Luck Has A Name“) oder das Tempo geschickt verschiebende („Interiors“) Rocksongs nicht. Das Gute an der Formel ist allerdings, dass sie nie großartig an Qualität verliert und „schwach“ auf „Knots“ immer noch „gut“ bedeutet.

Da wären die im Vergleich zum Rest des Albums kurzen, ruhigen Nummern „Everything Is“, „The Reason I Took So Long“ und „Lean Out“, die bis auf letzteres Stück allein als Ruhepause dienen und keine eigene Qualität mitbringen. Auf „Knots“ zahlt der Hörer für die musikalischen Achterbahnfahrten, die es manchmal verpassen, genug Abwechslung zu bieten (z.B. „Impasses“ und „Speeds Of Ocean Greyhounds“). Die Balance wird durch die bereits genannten Großtaten wie „Luck Has A Name“ allerdings gut ausgeglichen, sodass die meisten der ausufernden Rocknummern auch über ihre komplette Spieldauer etwas zu erzählen haben.

Am Ende steht ein ausgewachsenes Alternative-Rock-Album vor dem Hörer, das zwar sehr deutlich seine Schwächen aufzeigt, diese aber mit Energie und ebenso deutlichen Stärken gut wettzumachen versucht. Ohne etwas neu zu erfinden, zeigen Crash Of Rhinos, wie viel man aus bereits Bestehendem rausholen kann. Das Ergebnis des Quintetts aus Derby macht Lust auf mehr und schließlich lernt es sich aus nichts so gut, wie aus den eigenen Fehlern.

Anspieltipps:

  • Luck Has A Name
  • Interiors
  • Lean Out

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