Moby - Innocents - Cover
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Moby Innocents


  • Label: Embassy Of Music/WEA
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Moby folgt auch auf seinem elften Album alten Spielregeln und kreiert somit ein Werk, das nicht durch Überraschungen, dafür aber durch Wiedererkennungswerte punktet.

Moby muss man nicht mehr vorstellen, Moby ist bereits eine Ikone. Von seinen Fans wird er geliebt, von den Kritikern gehasst und einige Hörer dürften in der Zwischenzeit vor allem genervt sein. Denn mit dem elften Album des 48-jährigen Künstlers - man beachte und bestaune die beiden genannten Zahlen - begibt sich Moby nicht auf Neuland. Er setzt erneut auf sein Erfolgsrezept und baut das Album „Innocents.“ auf, wie die meisten seiner Werke. Erreicht er damit kontinuierlich Begeisterung oder sind wir in der Zwischenzeit bei zweifelhaftem Stillstand angekommen?

Schauen wir uns das (Erfolgs-)Rezept doch einmal an. Abgesehen von einigen Tracks, die, je nach Album und Intention, die Stimmung verstärken oder abschwächen, entsteht beim Einlegen der CDs meist auf Anhieb Melancholie. Sind Mobys Lieder nicht grundlegend traurig, so dürfen sie zumindest als sentimental beschrieben werden. Auf „Innocents“ sorgt „Everything that rises“ als Einstiegssongs genau für diesen Effekt. Das erzeugt den einzigartigen Charakter, den nur Moby verkörpern kann und steht daher eher für Begeisterung als Stillstand.

Um die Abwechslung herzustellen, hat der gebürtige Amerikaner bisher immer ein bis zwei Hymnen eingebaut, die, wie beschrieben, darauf abzielen dürften, die melancholische Stimmung zu verändern. Was „Lift me up“ auf dem Album „Hotel“ darstellt, ist auf „Innocents“ am ehesten „The perfect life“. Eine eingängige Melodie, ein Chor enthusiastischer Sänger, eine starke Frauenstimme und Mobys eigener Gesang machen dieses Lied zu einem der fröhlichen auf dem Album.

Mit diesem Song sind wir auch schon bei einer weiteren Zutat für das Rezept angekommen, dem Moby so gerne folgt. Sich Unterstützung zu holen, ist ein neuerer Aspekt, der auf den letzten Alben jedoch immer gut ankam. Was man in „The perfect life“ zu hören bekommt, ist mitgestaltet von Wayne Coyne, der vielen als Frontman der Flaming Lips bekannt sein dürfte. Und Moby holt noch weiter aus. Wir hören auf dem Album außerdem Cold Specks („A case for shame”, „Tell me“) und Skylar Grey in „The last day“.

Oberflächlich betrachtet ist also alles beim Alten geblieben. Aber ist es wirklich Stillstand, wenn man immer weiter macht? Vielleicht entwickelt sich Moby nicht so grundlegend weiter, wie wir das von anderen Künstlern seines Metiers gewohnt sind. Das muss jedoch keine schlechte Eigenschaft sein. Kauft man sich ein Moby Album, weiß man (meist) genau, worauf man sich einlässt. Auch „Innocents“ enttäuscht diese Erwartungen nicht und lässt sich am besten irgendwo zwischen „gut“ und „solide“ einstufen.

Anspieltipps:

  • Everything that rises
  • A case for shame
  • The perfect life
  • The dogs

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