Elvis Costello - Wise Up Ghost - Cover
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Elvis Costello Wise Up Ghost


  • Label: Blue Note/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist nicht das beste Roots-Album und auch nicht das beste Costello-Album, aber eine mehr als interessante Mischung.

Bühne frei für DIE Co-Produktion dieses Spätsommers: Elvis Costello And The Roots. Da hätten wir auf der einen Seite den britischen Querdenker mit dem Mut zur Grenzüberschreitung und auf der anderen Seite die begabteste HipHop-Band dieses Planeten - wenn das nicht mal gute Voraussetzungen sind! Elvis Costello mag den Roots-Drummer Questlove, Questlove mag Elvis Costello, beide mögen R’n‘B und Soul, am besten mit sozialkritischen Texten. Und genau so klingt auch „Wise Up Ghost“.

Ob man das Album mittelmäßig, gut oder sehr gut findet, kommt darauf an, welche der beiden Parteien einen auf das gemeinsame Projekt aufmerksam gemacht hat. „Wise Up Ghost“ ist keine HipHop-Platte, sondern ein Elvis-Costello-Album, das vom rhythmischen Können der Roots getragen wird. Black Thought, die Stimme der Roots, ist an dieser Kollaboration gar nicht beteiligt, weshalb Elvis Costello-Fans naturgemäß mehr Freude an den 12 neuen Titeln haben werden. Vor allem für die richtig krassen Kenner unter ihnen ist „Wise Up Ghost“ eine wahre Fundgrube aus düsteren Textstellen früherer Songs des Meisters mit der Hornbrille.

Dass nicht alle Nummern mitreißen, ist vermutlich intendiert. Die vom Reggae inspirierte Single „Walk Us Uptown“ macht Lust auf mehr, das darauffolgende „Sugar Won’t Work“ wird diesem Anspruch mit einem Wahnsinns-Groove gerecht, bei „Refuse To Be Saved“ packt es sogar Elvis Costello, dessen Gesang immer mehr zum Rap wird. Es läuft! Questlove drückt Beat um Beat auf die Felle und erzeugt mit dem Rest der Roots-Crew ihren gewohnt vertrackten Sound: punktgenau und mit einer Lässigkeit, als wäre das alles die einfachste Sache der Welt. Dass es sich bei „Tripwire“ und „If I Could Believe“ um zwei typische Costello-Balladen handelt, die nicht wirklich auf eine Zusammenarbeit schließen lassen, ist angesichts der Möglichkeiten etwas schade. Auch „Stick Out Your Tongue“ und „Come The Meantimes“ greifen nur bedingt, obwohl das Gesamtkonzept in sich stimmig bleibt und zu keinem Zeitpunkt Zweifel an diesem eigenwilligen wie einzigartigen Projekt aufkommen. Es ist nicht das beste Roots-Album und auch nicht das beste Costello-Album, aber eine mehr als interessante Mischung, die meistens aufgeht und dringend einer Fortsetzung bedarf. Immerhin steht auf dem Cover „Number One“ - Black Thought wird schon in den Startlöchern stehen...

Anspieltipps:

  • Sugar Won’t Work
  • Wise Up Ghost
  • Walk Us Uptown
  • Refuse To Be Saved

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