Schandmaul - So Weit, So Gut (1998-2013) - Cover
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Schandmaul So Weit, So Gut (1998-2013)


  • Label: F.A.M.E. Recordings
  • Laufzeit: 69 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

15 Jahre Schandmaul. Da kann man wirklich nur zustimmend nicken und sagen: „So Weit, So Gut“.

Schandmaul gibt es jetzt bereits eine Weile. Sie haben die Festival-Szene Deutschlands zur Genüge abgegrast und eine recht treue Fan-Gemeinde gewonnen. Folk mag man in Deutschland schließlich nicht erst seit gestern, sondern seit mindestens 15 Jahren schon. „So Weit, So Gut“ ist ein passender Titel für eine Band, die seit geraumer Zeit immer unterhält, ohne die ganz großen Hits zu präsentieren. Auf einem Best-of hat die Band die Chance, ihre Stärken auf den Punkt zu bringen, doch eine gute Band wird mit einem Best-of nicht plötzlich besser.

Dabei sind gerade die neuen Stücke des Albums wie der Instrumental-Opener „Folk 'N' Roll“ und „Herz Aus Gold“ richtig gute Lieder, welche die instrumentalen Stärken in Sachen Soundgewand und Eingängigkeit in den Vordergrund stellen. Der Gesang bleibt weiterhin etwas blass im Vergleich zu den pompösen Arrangements, aber mit den richtigen Lyrics wie in besagtem „Herz Aus Gold“ oder auch dem starken „Herren Der Winde“ können selbst Kritiker kein Haar in der Suppe finden. Dazu nehme man Großprojekte wie die über sieben Minuten lange Zusammenfassung der Sigfried-Sage („Sigfrid Trilogie“) und Stadion-Balladen wie „Der Clown“ und schon kann man der Band eine gewisse Klasse nicht mehr absprechen.

Warum ist „So Weit, So Gut“ dann nicht mehr als nur eine gute Zusammenfassung des bisherigen Schaffens? Es bleiben auch weiterhin die gefühlten Lückenfüller und die Qualitätsunterschiede, die hervorragende und starke von lediglich ganz netten Songs unterscheiden. Ein „Teufelsweib“, sowie das heute sehr zahm klingende „Trinklied“ sind nur einige Beispiele dafür, dass Schandmaul sich hier und da auf einer artigen, leicht mitzusingenden Ebene zufrieden geben und nur allein dank der Instrumente keine Einheitsware abliefern.

„So Weit, So Gut“ fasst eindeutig zusammen, wofür man die Band lieben darf. „Walpurgisnacht“ wird auch in 15 Jahren noch ein Hit sein und ist bei weitem nicht der einzige Song, der sich solcher Langlebigkeit sicher sein darf. Allerdings offenbart die Scheibe auch die mäßig behäbige Seite der Band, die vielen zu einfallslos und schlichtweg nicht stark genug erscheinen kann. Für ein richtig knackiges Best-of, das die Stimmung durchweg hochhält, hätte man gut und gerne drei oder vier Titel streichen können. Ob die Qualität in Zukunft noch dichter gestrickt werden kann, ist fragwürdig, aber wenn es bis jetzt „So Weit, So Gut“ war, dann sollte man auch niemals nie sagen.

Anspieltipps:

  • Folk 'N' Roll
  • Herren Der Winde
  • Der Clown

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