King Diamond - Puppet Master (Re-Release) - Cover
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King Diamond Puppet Master (Re-Release)


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der King gibt seinen Fans erneut die Chance, das vergriffene 2003er-Album einzutüten.

Über Kim Bendix Petersen braucht man kein Sterbenswörtchen verlieren. Der als King Diamond bekannte Gitarrist, Keyboarder und Sänger ist eine der lebenden Legenden der Metal-Szene. Sein Gesang sollte unzählige Vokalisten inspirieren, blieb in seiner Form aber absolut einzigartig und nie erreicht. King Diamond ist ein Künstler, eine Kunstfigur und ein Musiker, welcher in seiner Karriere stets wusste, wohin seine Reise gehen sollte. Zudem findet sich in der zwölf Alben umfassende Diskographie kein schwaches Album und keines hört sich wie das andere an - das ist selten. Tatsächlich blieb man sich trotz einiger Experimente stets relativ treu und musizierte zwischen Fanservice und eigener Entwicklung. „The Puppet Master“ ist hier abermals ein Kompromiss - die Fans bekommen zehn Jahre nach dessen Release die Möglichkeit, dieses Ausnahmealbum zu erleben.

„The Puppet Master“ ist praktisch eins zu eins das bereits bekannte Studioalbum in der Neuauflage. Der King füllt den alten Wein also lediglich in neue Schläuche. Angesichts der Tatsache, dass das im Jahr 2003 via Massacre Records erschienene Album vergriffen ist, macht die Vorgehensweise King Diamonds aber durchaus Sinn. Sammler freuen sich über einen neuen Baustein in ihrem Diamond- und Mercyful-Fate-Fach, Menschen die es damals versäumten, das elfte Studioalbum zu erstehen und auch in Second Hand-Läden kein Glück hatten, sollten spätestens jetzt zugreifen. Mit einem neuen, reduzierten Coverartwork kommt „The Puppet Master“ zwar unspektakulärer daher als die Originalversion, musikalisch hat sich aber nicht wirklich etwas verändert. Das Konzeptalbum um zwei junge Menschen (einer davon ist der King höchstpersönlich), welche in Budapest vom fiesen Puppenspieler und seiner Frau zu untoten Marionetten verwandelt werden, ist ohne Frage einer der großen Höhepunkte in der Diskographie von King Diamond.

Das liegt zum einen daran, dass „The Puppet Master“ absolut hervorragend produziert ist. Das ganze Album profitiert von einem glasklaren, organischen Sound, welcher besonders der einzigartigen Stimme Kings zupass kommt und die vielen kleinen Nuancen lebendig rüber bringt. Zudem gelingt es der Band, dass „The Puppet Master“ sowohl im Rahmen des Konzepts, als auch losgelöst von diesem Spaß machen kann. Der Titeltrack, „Magic“, „The Ritual“ und „Darkness“ sprechen eine klare Sprache. Dieses Album ist definitiv ziemlich heavy und protzt mit opulenter Erhabenheit - gut so! Im Kontrast zu den erwähnten Nummern steht das beinahe experimentelle „No More Me“, in dem sich King Diamond vor allem lyrisch so richtig austoben darf und mit der Operation des Puppenspielers genüsslich Ekel erregt. „Christmas“ baut ziemlich geschickt „Little Drummer Boy“ ein, während „So Sad“ ein Paradebeispiel ist, wie man die Elemente einer Operette im Metal unterbringt. Andy LaRocque und Mike Wead zaubern dabei immer prägnante, erstklassige Soli auf ihren Äxten. Erwartet man etwas anderes? Menschen, die es bisher versäumten, das Album zu berücksichtigen, bekommen ihre zweite Chance, die unbedingt genutzt werden sollte. „The Puppet Master“ kann sich nämlich definitiv mit Alben wie „Abigail“ (1987) oder „Them“ (1988) messen.

Anspieltipps:

  • The Puppet Master
  • Magic
  • The Ritual
  • So Sad
  • Christmas

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