Covenant - Leaving Babylon - Cover
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Covenant Leaving Babylon


  • Label: Dependent/ALIVE
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Erwartbar düsteres, aber definitiv solides Werk der Schweden.

Die Schweden von Covenant wagen sich mit neuem Line-up an ihr inzwischen achtes Studioalbum. Daniel Jonasson, Andreas Catjar und Joakim Montelius haben sich um Frontmann Eskil Simonsson versammelt und die Band erstmals als Quartett aufgestellt. Covenant existieren seit Ende der 80er-Jahre in verschiedensten Konstellationen und haben sich den typischen Pop-Sound ebendieser Zeit angeeignet.

„Leaving Babylon“ bedient sich somit über lange Strecken hinweg der musikalischen Wurzeln der Band. Die frühen Inspirationen wie Depeche Mode, Yello und Kraftwerk sind allgegenwärtig. Dominante Industrial- und Dark-Wave-Einflüsse machen dabei weiterhin Covenants eigene musikalische Spielart aus. Trotzdem greifen sie mit pumpenden Beats und psychedelischen Synthieklängen auch Elemente aus der Trance-Szene auf. Nicht selten wird man bei „Prime Movers“, vor allem aber „Last Dance“, an frühe Stücke von Infected Mushroom erinnert. Eine ganz andere Richtung schlägt „For Our Time“ ein, das in der Bassline dezente Riddim-Vibes versprüht.

Simonssons Stimme, die meist wie eine Sprechgesang-Variante von Matt Johnsons (The The) Gesang klingt, fügt sich mit ihrer angenehmen Monotonie perfekt in die dunklen Song-Gebilde von Covenant ein. Neben treibenden, düsteren Beats, Scheibenwischer- und Psych-Synthies kann „Leaving Babylon“ aber auch mit interessanter Instrumentalisierung aufwarten. „Thy Kingdom Come“ beispielsweise wird von einem zeremoniell klingenden Spinett untermalt, einem Vorläufer des Klaviers aus dem Barock. Der Closer „Not To Be Here“ hingegen ist ein sehr langsamer und langer Track (über neun Minuten), dessen meditativer Effekt durch die eingesetzten Didgeridoos noch verstärkt wird.

„I Feel That Something Has To Break“, singt Simonsson auf „Thy Kingdom Come“. Wie der Musikstil schon vermuten lässt, drehen sich die Lyrics auf „Leaving Babylon“ um ebenso düstere Themen wie Überwachung und Revolution. Trotz der eher bedrückenden Stimmung, die dem Album und den bedienten Genres anhaftet, ist es ein Werk, das zum Tanzen einlädt. Beats und Synthies zeichnen letztlich nicht nur eine Dystopie, sondern verbreiten ebenso subtile Aufbruchsstimmung.

Leider ist zu bemängeln, dass es Covenant an keiner Stelle gelingt, mit einer Komposition oder einem Experiment wirklich zu überraschen. Nur „I Walk Slow“, das Noise-Elemente mit einem entspannten Gitarrenspiel vereint und sonst Simonssons Stimme ins Zentrum rückt, kommt dem Effekt sehr nahe. Der Einsatz an Noise und Tinnitus-ähnlichen Pitches grenzt aber schon fast an Übermaß und versaut einen sonst eigentlich sehr faszinierenden Song. Somit ist „Leaving Babylon“ eher als ein solides Machwerk anzusehen, das sich nahtlos in Covenants bisheriges Portfolio einfügt, statt eine große Weiterentwicklung zu verzeichnen.

Anspieltipps:

  • For Our Time
  • Thy Kingdom Come
  • I Walk Slow

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