The Weeknd - Kiss Land - Cover
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The Weeknd Kiss Land


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Jetzt wird es ernst! Das erste richtige Album des kanadischen R&B-Shootingstars.

Nachdem The Weeknd (23) seine im Jahr 2011 in Eigenregie veröffentlichte digitale Mixtape-Trilogie „House Of Balloons”, „Thursday“ und „Echoes Of Silence“ an den Major Universal Music verkaufen konnte und damit im November 2012 offiziell debütierte („Trilogy“), steht nun mit „Kiss Land“ das erste „richtige“ Album des R&B-Shootingstars an. Ob dies den Medien-Hype von „Trilogy“ fortführen kann, das bei insgesamt 300.000 verkauften Einheiten immerhin den vierten Platz in den amerikanischen Billboard Charts erreichte, ist sicherlich eine der spannendsten Fragen im aktuellen Musikgeschehen.

Schon der Opener „Professional“ macht deutlich, dass Abel Berihun Tesfaye alias The Weeknd auch auf „Kiss Land“ an seinen apokalyptisch-düsteren Klangwelten im Stile eines Soundtracks zwischen R&B, Soul und HipHop festgehalten hat. Wäre da nicht Tesfayes helle Falsettstimme, die in der klassischen R&B-Tradition steht, nichts würde darauf hindeuten, dass hier ein im R&B verorteter Künstler am Werk ist.

Anders als der Albumtitel es vielleicht suggeriert, ist „Kiss Land“ keine rosa Plüschwelt, sondern Abel Tesfayes musikalische Definition eines Horrorfilms. Als Einflüsse benennt der 23-Jährige die Filme von Regisseuren und Produzenten wie David Cronenberg („Crash“, „Die Fliege“, „Naked Lunch“), John Carpenter („Halloween“, „Starman“, „Sie leben“) und Ridley Scott („Blade Runner“, „Alien“, „Hannibal“), die Angst für den Zuschauer greifbar machten. Mit seinen streckenweise eiskalten Synthieflächen und den gesampelten Horror-Referenzen im Titeltrack knüpft The Weeknd an diese Ästhetik auf musikalische Weise an und nimmt den Hörer mit auf eine berauschende Reise in die Abgründe der menschlichen Seele.

Den Vogel schießt The Weeknd dabei mit einem Sample des 30 Jahre alten Klassikers „Precious little diamond“ von Fox The Fox im Song „Wanderlust“ ab. Hier wird dem Disco-Sound der 80er Jahre der Zahn gezogen, indem er in ein Bett aus wuchtigen Beats und einem wabernden Synthieteppich verlegt wird. Ebenfalls herausstechend ist der Gastpart von Drake in „Live for“ sowie die erdrückend kalte Atmosphäre in „Tears in the rain“, die exemplarisch für das gesamte Album steht, das wie ein Gruß aus einer Parallelwelt wirkt, in die man weder im Traum noch in der Realität eintauchen möchte.

Anspieltipps:

  • Live for
  • Kiss land
  • Wanderlust
  • Tears in the rain

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