Pearl Jam - Lightning Bolt - Cover
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Pearl Jam Lightning Bolt


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das wohl erwachsenste Werk des Quintetts aus Seattle so far.

Nachdem Pearl Jam 2011 ihr 20-jähriges Band-Jubiläum feierten und dies bis ins Jahr 2012 hinein taten, stand 2013 fast komplett im Zeichen der Aufnahmen zu einem neuen Studioalbum, was allein schon an der „Official Live Bootleg“-Ausbeute festzumachen ist, die in den vorherigen Jahren üblicherweise die Portemonnaies der Hardcore-Fans leersaugte, aber in diesem nur sehr mickrig ausgefallen ist. Dafür steht mit „Lightning Bolt“ nun das langerwartete und wieder einmal von Pearl Jams langjährigen Studiopartner Brendan O’Brien (53) produzierte zehnte Studiowerk in den Regalen. Auch damit werden Pearl Jam wieder auf Welttournee gehen und ihrem Bootleg-Katalog die eine oder andere Live-Perle hinzufügen.

Anfang 2013 begannen die Aufnahmen von „Lightning Bolt“, die angeblich nur drei Wochen andauerten und doch den üblichen Betrieb für fast ein Jahr aussetzen ließen. Kraft tanken für die nächste Kreativ-Dekade der Band aus Seattle, die sich noch nie irgendeine Erwartungshaltung hat rein diktieren lassen. Deshalb ist es auch nach so vielen Jahren und so vielen künstlerischen Drehungen und Wendungen immer wieder spannend, eine neue Platte der in der Hoch-Zeit des Grunge gestarteten Band zu entdecken.

Als wollten Eddie Vedder, Stone Gossard, Matt Cameron, Jeff Ament und Mike McCready ihre gesamte Diskografie durchlaufen, enthält „Lightning Bolt“ eine Mischung aus Alternative Rock („Yellow moon“), eckigen Punk-Anleihen („Mind your matters“), wunderbaren Balladen („Siren“) und Singer/Songwriter-Folk („Sleeping by myself“), der nicht erst seit Eddie Vedders Soloausflügen Einzug in den Kosmos der Band gehalten hat. Begonnen wird mit dem ein wenig an die frühen R.E.M. erinnernden „Getaway“, einem klassischen Opener, der den Hörer ein bisschen auf Nummer sicher gehend anlocken soll.

Egal, ob Pearl Jam an der Härteschraube drehen („Lightning bolt“) oder auf 60er Jahre machen und einen guten Schuss Blues in das Songwriting integrieren („Let the records play“) – ihre Melodien sind auffällig poppig und eingängig, ohne dass die erwartete Energie eines reinrassigen Rockalbums darunter leiden müsste. Dies gilt zumindest für die erste erste Hälfte des Silberlings. Denn danach erscheint es so, als wollten sich Pearl Jam ab der Mitte des Albums gemütlich ausruhen und die restlichen Nummern etwas zahnlos abschenken („Infallible“, „Pendulum“, „Swallowed whole“), sodass es am Ende nur knapp zu einer guten Bewertung reicht.

Anspieltipps:

  • Sirens
  • Future days
  • Lightning bolt
  • My father’s son
  • Mind your matters

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