Katatonia - Dethroned & Uncrowned - Cover
Große Ansicht

Katatonia Dethroned & Uncrowned


  • Label: KScope/EDEL
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Akustische Nummern wahrlich königlich inszeniert und voller dunkler Anmut.

Entthront zu werden bedeutet wohl kleinlaut zu werden. So könnte die Umwandlung des letzten Studioalbums „Dead End Kings“ ins akustische „Dethroned & Uncrowned“ wohl gedeutet werden. Ein Album, das den Wechsel Katatonias von Peaceville zum Schwester-Label KScope einläutet. Konsequent, denn die Schweden machen schon länger keine wirkliche Metal-Musik mehr, passen also vielmehr zum Post-Progressiven Sound von KScope. Was groß als neues Album angekündigt wird, ist eigentlich nichts Neues, lediglich alte Kost neu aufgearbeitet, oder nicht?

Natürlich wird es die Unkenrufe von Geldmacherei, Überflüssigkeit etc. geben, aber es sei jedem ans Ohr gelegt, mal das Album zu hören, bevor man groß rumposaunt, dass es keiner braucht. Hätten die Schweden von Katatonia die akustischen Versionen bereits mit „Dead End Kings“ als Bonus veröffentlicht, so wären sie wahrscheinlich etwas untergegangen, stünden von Grund auf im Schatten des Hauptalbums. Ziemlich genau ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Dead End Kings“ haben wir uns mit den Songs vertraut gemacht und können nun die akustischen Versionen neu entdecken. Obwohl das klassische Verständnis von „akustisch“ in diesem Zusammenhang etwas irreführend wirken kann, denn die neu gestalteten Versionen sind alles andere als total abgespeckt und reduziert.

Die Songs und ihre Melodien kommen uns so bekannt vor, aber doch ist so viel anders an den Stücken. Zunächst vermisst man die bratzigen, schweren Gitarrenriffs, die sonst so gerne aufpoppen und die fragile Stimme von Renkse konterkarieren. Die schiere Kraft, verkörpert durch die verzerrten Gitarren, ist fort und die Macht somit entzogen, der König entthront. Der entstandene Freiraum wird aber bestens mit mehr Details der leiseren Sorte aufgefüllt. Dezent und dosiert eingesetzte Streicher feilen vor allem an der dunklen Stimmung, erzeugen Spannung und teilweise eine regelrecht einschüchternde Atmosphäre. Dazu kommt ein generell verlangsamtes Tempo, deutlich mehr Keyboardanteile, kein Schlagzeug, aber dafür viele kleine akustische Instrumente. Das alles erzeugt eine unglaubliche Intensität und verleiht den Songs eine immense Tiefe.

Mit „Dethroned & Uncrowned“ eröffnet sich ein ganz neues Klangerlebnis, wahrlich königlich inszeniert steht es dem eigentlichen Album in nichts nach. Wer weiß, ob diese Versionen nicht noch besser die Seele der Songs zum Vorschein bringen. Der Hörer sollte besser nicht zu Depressionen neigen, denn diese melancholischen Schwergewichte drücken einem ihre Stimmung regelrecht auf.

Anspieltipps:

  • The Racing Heart
  • The One You Are Looking For Is Not Here
  • Lethean
  • Leech

Neue Kritiken im Genre „Progressive Metal“
Diskutiere über „Katatonia“
comments powered by Disqus