Justin Currie - Lower Reaches - Cover
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Justin Currie Lower Reaches


  • Label: Ignition Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Britisches Pop-Songwriting trifft Americana und kreiert melodisch-poetische Songs.

In den 80er-Jahren war Justin Currie gemeinsam mit Ian Harvie das Songwriter-Team der Band Del Amitri, die trotz einer Support-Tournee für The Smiths nie die ganz großen Erfolge einfahren konnte. Seit 2002 herrscht Funkstille, die Currie mit seinen Solo-Alben „What Is Love For?“ (2007) und „The Great War“ (2010) durchbrach. Mit seinem dritten Werk „Lower Reaches“ legt der Schotte nun eine Reife an den Tag, die für ein zumeist gutes, phasenweise sogar ausgezeichnetes Album sorgt.

Gleich zu Beginn legt er die Messlatte hoch, zeigt mit „Falsetto“ und „Every Song’s The Same“, was für ein hervorragender Sänger und Liederschreiber er ist. Zudem transportiert er mit diesen beiden Titeln eine Emotionalität, die einem nicht allzu häufig begegnet. Das wurzelt zum einen im britischen Pop-Songwriting wie wir es bspw. von Richard Ashcroft kennen und streckt sich zum anderen weit hinaus ins Land der Americana, der sanften Seite Michael Stipes‘ (419,REM[/band) begegnend. Ein klein wenig fällt das Niveau mit „Bend To My Will“ und auf „Priscilla“ wird zum ersten Mal die Drum Machine eingesetzt, die diesem Song nicht wirklich gut tut. Das wirkt etwas erzwungen, ist mehr störendes denn polarisierendes Element, erzeugt zumindest phasenweise Belanglosigkeit.

Dagegen läuft Justine Currie auf „I Hate Myself For Loving You“ erneut zur Hochform auf. Wieder werden britische und amerikanische Zutaten zu einer Köstlichkeit verrührt, die mit „On A Roll“ die gebührende Fortsetzung findet. Die so schnarrenden wie feingliedrigen A- und E-Gitarren werden von einer heran rollenden, einen Hauch Psychedelia sprühenden Orgel unterstützt. Trotz Drum Machine wird „Into A Pearl“ auf der Haben-Seite des Albums verbucht, das Piano übernimmt die Melodielinie und Currie fällt hin und wieder ins Falsett. Danach kommt „On My Conscience“ als waschechter Country-Rock-Song daher.

Von späten Lennon-McCartney-Harmonien scheint das finale „Half Of Me” durchdrungen. Die „Little Stars“ dagegen blinkern melodisch und poetisch über der pochenden Drum Machine, Curries Stimme schwingt in sanften Höhen. Ein schöner Abschluss eines Albums, das zumindest bei einigen wenigen Songs das Niveau nicht ganz halten kann. Dennoch ist „Lower Reaches“ in der Summe eine überaus hörenswerte Platte geworden. Respekt!

Anspieltipps:

  • Falsetto
  • Every Song’s The Same
  • I Hate Myself For Loving You
  • Half Of Me
  • Little Stars

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