The Safety Fire - Mouth Of Swords - Cover
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The Safety Fire Mouth Of Swords


  • Label: InsideOut/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einem ganzen Hummelnest im Hintern geht es für die Jungs aus England in die zweite Runde.

Den Herrschaften Sean Robert McWeeney (Gesang), Derya Oisin Nagle (Gitarre), Joaquin Ardiles (Gitarre), Lorenzo Anton Carlo Peri (Bass) und Calvin Simon Tulloch Smith (Schlagzeug) juckt es ganz gewaltig in den Fingern, denn nicht einmal zwei Jahre nach ihrem enorm technisch ausgerichteten Erstling „Grind The Ocean“ (02/2012) legen sie mit „Mouth Of Swords“ nach und wollen beweisen, dass sie ihre spielerische Raffinesse auch in Songs stecken können, die abseits von mathematischer Präzision und progressivem Kalkül für den einen oder anderen Aha-Moment sorgen. Das Team hinter dem neuen Werk ist mit Jens Bogren (Opeth, Katatonia und Amon Amarth) als Herr des Mischpults und Gitarrist Derya als Produzent gleich geblieben, lediglich die Ausrichtung des musikalischen Kosmos von The Safety Fire hat sich geändert.

Die fünf Jungs aus London holzen nun nämlich nicht mehr in wütender Meshuggah trifft auf Periphery-Manier die Nachbarschaft kurz und klein, sondern versuchen sich an einem wesentlich direkteren, ja geradezu versöhnlicheren Zugang und wer beim titelgebenden Opener nicht sofort an eine Mischung aus The Fall Of Troy, 3 und Coheed And Cambria denken muss, der sollte schnurstracks diese Bildungslücke schließen, um im Nachhinein dem Verfasser dieser Zeilen beipflichten zu können, dass hier ein interessanter, wenn auch recht unspektakulärer Cocktail dieser drei Ausnahmebands vorliegt. Diese Parallele ist aber nicht die einzige und so begegnet man im weiteren Verlauf der Platte z.B. der Kopfstimme von Cedric Bixler-Zavala von The Mars Volta („Yellowism“) oder ertappt sich dabei, wie die Phrase „Das habe ich doch schon einmal irgendwo anders gehört“ die grauen Zellen in Hochbetrieb versetzt.

In der Tat ist „Mouth Of Swords“ nicht der erhoffte Geistesblitz geworden, den man sich nach den vielen, in Ansätzen vorhandenen Ideen des Vorgängers gewünscht hatte. In „Glass crush“ verlassen The Safety Fire überhaupt das traute Umfeld aus technisch perfekter Performance und tauschen das kompakte Rhythmuskorsett gegen einen trüben, auf holprigen Beinen stehenden Sud aus Melodie und Anspruch, gepaart mit stadionreifen „Woaaah“-Rufen. Zum Glück bleibt dieses Negativbeispiel der einzige unverzeihliche Schandfleck auf dem neuesten Werk, jedoch sorgen das ziellose „Red hatchet“ und die Resteverwertung „The ghosts that wait for spring“, bei der scheinbar sämtliche Ideen, die noch keine Verwendung fanden, in einen Track gepackt wurden, im Ausgleich nicht gerade für übermäßigen Jubel und positionieren den Zweitling irgendwo zwischen „bemüht“ und „vergessenswert“.

Effektiv aus dem Morast zieht die Scheibe lediglich der brachiale Gastauftritt von Between The Buried And Me-Sänger Tommy Giles Rogers, sowie die beiden Abschlusstracks „I am time, the destroyer“ und „Old souls“, welche endlich den Holzhammer aus dem Handtäschchen holen und das ahnungslose Individuum vor den Lautsprechern in bester progressiver Manier und mit nachvollziehbarem, roten Faden die Seele aus dem Leib prügeln. „Als ich mit dem Schreiben durch war, gingen wir direkt ins Studio, da ich die Direktheit der Musik bewahren und das Energielevel hoch halten wollte. Das war mir wichtig - besonders bei unserer Art der Musik, denn ich denke, dass es schnell alt und von gestern geklungen hätte, wenn wir erst mal rumgesessen und mit dem Aufnehmen gewartet hätten“, erklärt Songschreiber Derya und angesichts der enttäuschenden Vorstellung von „Mouth Of Swords“ wünscht man sich, die Jungs wären noch länger im Studio geblieben.

Anspieltipps:

  • Wise Hands
  • I Am Time, The Destroyer
  • Beware The Leopard

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