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  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Madcon haben ihre Wurzeln vergessen und wollen mit Gewalt, HipHop und Bum-Bum-Beats Pop-Hits erzwingen.

Das norwegische Duo Madcon präsentiert seinen sechsten Longplayer, mit dem es früheren Hits wie „Beggin'“ oder „Glow“ weitere Charts-Erfolge folgen lassen will. Doch schon der Album-Opener „Say Yeah“ glänzt mit einem dermaßen platten englischen Text und dumpfen Beats, dass es einem ob der Einfallslosigkeit schier die Sprache verschlägt. Ein derart uninspirierter Beginn war so nicht zu erwarten. Da nützten auch die zahlreichen beteiligten Hitproduzenten aus Europa nichts.

Außer der Hitsingle „One Life“, die sich mit ihrer Mischung aus HipHop-Beats und poppigem Refrain sowie dem eindringlichen Gesang von Kelly Rowland noch positiv hervortut, haben Madcon auf diesem Album leider nicht Erinnerungswürdiges geschaffen. So verleitet Snoop Dogg das Duo zum Reggae, was in peinlichem Neo-Pseudo-Reggae endet, bei dem sich Altmeister Bob Marley vermutlich im Grab umdrehen wird. Der britische R&B-Star Estelle singt in „Where Nobody's Gone Before“ wie immer ultracool, doch kann sie diesen Möchtegern-Hit vom Reißbrett aus absolut schmerzfrei kalkulierten Bum-Bum-Beats auch damit leider nicht retten. Dafür ist ihr Part zu kurz und wird von den dominierenden Beats fast übertönt.

Um dem Ganzen einen noch größeren HipHop-Touch zu verleihen, gibt sich Rap-Mogul Rick Ross beim einfallslosen „Bottles“ die Ehre, doch auch dieser vor Langeweile nur so triefende Song lässt sich dadurch nicht retten. Für die Fahrt im tiefer gelegten 3er BMW Cabrio mag so etwas das Richtige sein, aber sicher keine Referenz für Qualität. Maximal „Miracle“, mit seinen sanft treibenden Beats, sowie „In My Head“, das mit eingängigen Schlager-Harmonien aus den Boxen wummert, lassen sich mit viel gutem Willen noch positiv hervorheben.

Es bleibt dabei, dass Madcon immer mindestens einen Hit pro Album haben und damit geschickt kaschieren, dass all ihren Werken bis auf das empfehlenswerte Debüt grundsätzlich auf halber Länge die Luft ausgeht. Auf seiner ersten Platte hat das Duo noch Wert auf einen Mix aus entspannten karibischen Klängen und Popmusik gelegt, doch mit der Hinwendung zu angeblich todsicheren Hit-Rezepten, befinden sich die beiden Norweger definitiv auf dem Holzweg!

Anspieltipps:

  • One Life
  • In My Head
  • The Signal

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