Luis Laserpower - Futura - Cover
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Luis Laserpower Futura


  • Label: Very Us Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Luis Laserpower lassen sich weiter nicht auf einen festen Stil reduzieren, sind jedoch am besten, wenn sie sich selbst einschränken.

Luis Laserpower mussten leider auf Autotune, laschen HipHop und Elektronik an allen falschen Ecken setzen. So lässt es sich heute zusammenfassen, wenn man über die EP „Kurz Und Schmerzlos“ des letzten Jahres spricht. So haben genug Leute hingehört, die nach immer nur derselben Sülze Ausschau halten. Der HipHop, sowie all die Durchschnitts-Electro-Ware sind die klare Schwäche dieser EP und gleichzeitig sehr prominent vertreten. Das Album „Futura“ ist nun ein Spiegelbild der netten, aber wegen angesprochener Anbiederungen eben nicht sehr auffälligen EP. Luis Laserpower stellen sich auf dem Weg zu größeren Werken weiterhin selbst ein Bein.

Dabei kaschiert der Vierer die alten Schwächen diesmal richtig gut. Von dem längst aus der Mode gekommenen „HipPop“ in „Koordinaten“ abgesehen, der sich brav, aber nicht wirklich inspiriert innerhalb seines Biotops entfaltet. Davor bekommt man den vielleicht besten deutschen Ohrwurm des Pop/Rock-Sommers 2013 und schürt Hoffnungen. „Überfall“ ist intelligent geschrieben, lebt von einem klasse Chorus und modernen Pop/Rock-Arrangements. Natürlich kann nicht ein komplettes Album so klingen, doch viel deutlicher kann die Band es sich selbst doch auch nicht machen, dass hier die Stärke der Band vorliegt.

„Mond“ als Schattenseite des Openers zeigt sich in einem mehr erwachsenen Gewand, führt den gekonnten Pop der Eröffnung allerdings fehlerfrei weiter. Bis zu diesem Zeitpunkt ist man beinahe versucht, Bestnoten zu verteilen. Leider halten sich Luis Laserpower im Anschluss oft selbst zurück. So wird z.B. in „Philip Petit“ und „Perfekt“ auf Autotune und kaum treibende Elektronik während der Strophen gesetzt. Diese Langeweile wird durch abermals knackige Refrains toll ausgeglichen, aber letztlich quält sich der Hörer durch die Strophen und das ist nun mal kein positives Merkmal eines Songs.

Allein in „'99“ passt der überholte Stil thematisch und ergibt eine Nummer, die eine positive Grundstimmung mit einer guten Botschaft verbindet. Überhaupt ist im Vergleich zur EP auch klar zu betonen, dass die Fremdscham gänzlich verflogen ist und nur ein wenig zu viel Langeweile übrig geblieben ist. Nach dem hervorragenden Auftakt des Albums wird der Hörer nur noch selten mitgerissen. Das Rhythmusbiest „Lass Los“ steht da ziemlich allein und stellt die Intelligenz der Band wieder in den Vordergrund. Wenn der Text kein Komplettreinfall wäre, könnte auch „Glück“ sich zu den starken Tracks gesellen. Das anschließende „Hoffnung“ dagegen kann sich das eingeschränkte Lob zukommen lassen, dass man hier eine gute Seeed-B-Seite zu hören glaubt.

Luis Laserpower haben noch einen langen Weg vor sich. Sie müssen aufhören, so viel abdecken zu wollen, zumindest wenn es weiterhin so oft so halbgar klingt. Viele Ansätze aller genutzten Genres klingen nach Radio-Mainstream, der versucht, möglichst unauffällig zwischen all dem Einerlei unterzugehen. Dass sie mehr können, beweisen sie abermals, lassen allerdings auch keine Gelegenheit aus, um sich in die Schranken zu weisen und den Kritikern den Rotstift mitsamt Schleife zu übergeben.

Anspieltipps:

  • Überfall
  • Mond
  • Lass Los

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