Arven - Black Is The Colour - Cover
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Arven Black Is The Colour


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Frankfurter fügen ihrer Mischung aus Epica, Leaves Eyes und Edenbridge vielversprechende Facetten hinzu.

Music Of Light“ (09/2011) hatte mit seinem zartbesaiteten Setting neben wuchtigen Female Fronted-Größen wie Nightwish und Within Temptation so gut wie gar nichts zu melden, versprühte durch die Zusammensetzung aus fünf Frauen (Carina Hanselmann (Gesang), Anastasia Schmidt (Gitarre), Ines Thomé (Gitarre), Lena Yatsula (Keyboard) und Lisa Geiß am Bass) und nur einem männlichen Mitstreiter (Till Felden am Schlagzeug) aber zumindest einen ganz speziellen Charme. Die Vorbilder, allen voran die singende Elfe Liv Kristine (Leaves´ Eyes) und das mitunter recht biedere Folk-Geschunkel einer Formation wie The Corrs, ließen jedoch eine eigene Persönlichkeit vermissen und verfrachteten Arven in Windeseile aufs Abstellgleis für interessante, aber nicht ausreichend mutige Acts, die sich im Symphonic Metal behaupten wollen.

Zwei Jahre später folgt mit „Black Is The Colour“ nun der Nachschlag und die fünf Mädels und ihr Hahn im Korb präsentieren sich reifer, geerdeter und deutlich mitreißender als noch in ihren Anfangstagen, als ein kurzes E-Gitarrensolo noch das Aufregendste war, was dem Hörer zugemutet wurde. Bereits das Eröffnungsdoppel aus „Believe“ und „Don´t look back“ vermischt härtere Gitarrenklänge, harmonische Geigen und den märchenhaften Gesang von Carina zu einem stimmungsvollen Ganzen, das zwar keinen Innovationspreis gewinnt, aber immerhin zum Mitwippen und -summen anregt. Abwechslung wird dieses Mal außerdem besonders groß geschrieben und so gibt es nicht nur ein Spinett („My darkest dreams“) und zwei irische Folkcover zu hören („Black is the colour“, „Ride on“), sondern auch Stefan Schmidt von Van Canto („The one for me“). Nummern wie das stürmische Instrumental „Cercle d´emeraude“ oder das mit einem mittelalterlichen Touch veredelte „Fireside stories“ gehören hingegen zu zwei der herausragendsten Höhepunkte auf dem Zweitling und werden eigentlich nur noch vom majestätischen „My fall“ getoppt.

Hier brennt der Sechser in beinahe sieben Minuten nämlich ein Epos der Extraklasse ab, welches sich locker mit Szenegrößen wie Epica oder Edenbridge messen kann. Egal ob der zweiminütige, instrumentale Auftakt verzaubert oder die anschließende Verschmelzung von Carinas glockenheller Singstimme mit dynamischen Rhythmuswechseln für offene Münder sorgt, Arven zeigen, dass sie mit einem kleinen Spritzer Größenwahn vom zarten Nesthäkchen zu einer nicht zu unterschätzenden Furie werden können, die mit Bedacht Akzente setzt und den Hörer im positiven Sinne den Verstand raubt. Um aber vollends alle Kritiker von ihrer Wandlung zu überzeugen, müssen in Zukunft besonders schwachbrüstige Exemplare wie das fürchterlich-nervige „Rainsong“ oder Schlaftabletten wie „In your dreams“ der Schere zum Opfer fallen und gegen ähnlich eindrucksvolle Songs getauscht werden. Die Voraussetzungen dazu sind auf jeden Fall vorhanden, also macht was draus, Mädels! Und Till!

Anspieltipps:

  • My Fall
  • Fireside Stories
  • Don´t Look Back
  • Cercle d´Emeraude

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