Superchunk - I Hate Music - Cover
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Superchunk I Hate Music


  • Label: Merge Records/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Vereinnahmend, durchdacht und in gewissen Momenten einfach groß.

In scheinbarer Tradition so unterschiedlicher Künstler wie Leonard Bernstein („I Hate Music“), The Replacements („I Hate Music“) und natürlich Knorkator („Ich Hasse Musik“) bekennen nun auch Superchunk, die immer noch wundervollen Anti-Helden des Indie-Rock, ihren Hass auf Musik. „I hate music - what is it worth? / Can’t bring anyone back to this earth”, klagt Mac McCaughan mit seiner gewohnt jugendlichen Stimme in „Me & You & Jackie Mittoo”. Da befinden wir uns schon mittendrin in einem Strom aus sympathischer Andersartigkeit, zwischen Punkrock und Melancholie, Spaß und Reflexionen. Superchunk schreiben Songs zum Gernhaben - und entgegen der Befürchtungen, die beim Albumtitel aufkommen, sind eine ganze Menge davon auf „I Hate Music“ vertreten.

Und alles klingt, als wäre es aus einer anderen Zeit. Viel verändert hat sich bei Superchunk seit den 90er-Jahren jedenfalls nicht, dafür sind ihre Kreationen aber auch heute noch unverwechselbar. Beginnend mit dem leidenschaftlichen „Overflows“ und dem anschließenden Knaller „Me & You & Jackie Mittoo” erstreckt sich „I Hate Music“ über zwei wie Fremdkörper wirkende Punkrock-Stücke („Void“, „Staying Home“), bevor mit „Low F“ und vor allem „FOH“ wieder dem typischen Superchunk-Sound nachgegangen wird. Und irgendwie stehen ihnen diese Nummern, die wie eine gediegene und nachdenkliche Vorstufe von Blink 182 wirken, auch besser als das übertrieben schnelle Gebolze von „Staying Home“. Dann lieber noch dreimal das Gefühl, das sich beim Refrain von „Breaking Down“ einschleicht! Auch wenn es pathetisch anmutet: Superchunk holen ihre Hörer ab, keiner wird hier unbeteiligt zurückgelassen. Die Songs sind vereinnahmend, durchdacht und in gewissen Momenten einfach groß.

Alles in allem ist „I Hate Music“ damit eine erstaunlich gute, in ihrem Sound und ihren Lyrics ein Stück weit einzigartige Platte geworden. Nach dem wohlwollend aufgenommenen „Majesty Shredding“ (2010), das eine neun Jahre andauernde Phase ohne Studioalben beendete, scheint sich bei Superchunk so kurz vor ihrem 25-jährigen Jubiläum nun wieder so etwas wie Kontinuität breit zu machen. Für Fans ist „I Hate Music“ ein Pflichtkauf, für Neugierige eine ziemlich sichere Sache. Daumen hoch!

Anspieltipps:

  • Me & You & Jackie Mittoo
  • FOH
  • Breaking Down
  • Overflows

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