Surf City - We Knew It Was Not Going To Be Like This - Cover
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Surf City We Knew It Was Not Going To Be Like This


  • Label: Fire Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zeitloser, benebelnder und melodiöser Psychedelic-Pop aus Neuseeland.

Surf City sind eine Band aus Neuseeland, die durchaus in der Tradition des legendären Labels Flying Nun und dessen Bands steht. Wer sich an The Chills, The Clean oder Bailter Space (die heute noch aktiv sind) erinnern kann, der sollte Surf City mal ein Ohr leihen. Das andere hört dann vielleicht Einflüsse wie The Jesus And Mary Chain, Spacemen 3 oder Scott & Charlene’s Wedding heraus. Für jenen Klangmix sind Davin Stoddard (Gesang, Gitarre), die Brüder Josh (Gitarre) und Jamie Kennedy (Bass) sowie Schlagzeuger Logan Collins verantwortlich.

Nach den ersten Klängen wird einem bereits dieser typische Neuseeland-Sound gewahr, der über die 80er- bis Mitte der 90er-Jahre einen hohen Stellenwert bei Independent und Underground affinen Menschen hatte. Der mehrstimmige Gesang, die Helikopter- und Schrammel-Gitarren, der polternde Drumsound, der schwer atmende und pumpende Bass. Darüber weht ein psychedelischer Wind aus den 60er-Jahren oder lärmender Space-Rock und das Ganze wird schließlich in eine lässige Melodie gekleidet. Die Band selbst nennt Pavement als Einfluss, im Vorprogramm spielten sie bereits für Dinosaur Jr. und im Jahr 2008 erschien ihr Debütalbum „Kudos“.

Der vorliegende Nachfolger trägt den Titel „We Knew It Was Not Going To Be Like This“ und offenbart seine psychedelisch-sonnigen Elemente bereits beim ersten Durchlauf. Nach und nach rücken Details wie die zum Teil wabernden Stromgitarren, gespenstische Chorstimmen und scheinbar rückwärtslaufende Melodien ins Bewusstsein. Hin und wieder laufen Passagen in kreisförmigen oder elliptischen Bahnen, so dass einem schon mal schwindlig werden kann. Es ist jedoch ein angenehmer Schwindel, beinahe ein tranceartiger Zustand, der den Hörer zuweilen heimsucht.

Für die Albumlänge verliert der Hörer ganz allmählich das Gefühl und ob ein Song fünf, acht oder nur zwei Minuten andauert, scheint kaum machvollziehbar, längst hat die Songwirkung eingesetzt. Der musikalische Trip gleitet tief ins Unterbewusstsein hinab, obwohl es ein Leichtes ist, sich an den Melodien festzuhalten, irgendetwas zieht einem den Boden unter den Füßen weg. Wenn Popmusik derartiges zu Wege bringt, hat sie Substanz und verführt zum wiederholten Hören. Das ist weder Retro noch Zukunftsmusik, vielmehr ein zeitloses Vergnügen, geradezu Raum und Zeit auflösend. Wozu Drogen, wo es doch Surf City gibt, die einen so sanft und sonnig benebeln, dass es die reinste Freude ist!

Anspieltipps:

  • I Had The Starring Role
  • Claims Of A Galactic Medium
  • No Place To Go
  • What Gets Me By

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