Morcheeba - Head Up High - Cover
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Morcheeba Head Up High


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein grundsolides Werk, das auch einer Generation gefallen könnte, die mit dem Begriff TripHop nichts mehr anzufangen weiß.

Das Londoner TripHop-Trio Morcheeba – bestehend aus Ross und Paul Godfrey sowie Sängerin Skye Edwards (39), die nach einer Auszeit zwischen 2003 und 2009 aufgrund kreativer Differenzen mit den Godfrey-Brüdern auf dem „Blood Like Lemonade“-Album (06/2010) wieder zur Band zurückgekehrt ist – meldet sich mit seinem inzwischen achten Studio-Longplayer „Head Up High“, dem zweiten für das PIAS-Label, zurück.

Nachdem „Blood Like Lemonade“ trotz wohlwollender Reviews und international achtbarer Hitparaden-Platzierungen in den heimischen Charts überraschend schwach abgeschnitten hat, ist es für das in den 90er Jahren gegründete Projekt an der Zeit, verlorenen Boden aufzuholen. Schließlich waren Morcheeba einst ein Major-Act mit Top-10-Plätzen und einer eher poppigen Auslegung des TripHop-Genres unterwegs, die spätestens seit „Charango“ (07/2002) auch keine Drogen-Einflüsse („More Cheeba = „Mehr Gras“) mehr zuließ.

Daran hält sich das Trio auch auch auf „Head Up High“. Doch zuerst geht es mit dem entspannt groovenden Opener „Gimme your love“ zurück in die 90er Jahre, damit der Hörer wieder die bekannte Witterung in Sachen Morcheeba aufnehmen kann. Danach wird das Tempo mit „Face of danger“ etwas angezogen und auf Tanzbarkeit gesetzt. „Call it love“ schaltet aber sofort wieder zwei Gänge runter und setzt mit Gitarren-Licks und der Stimme von Gastsänger Chali 2na auf eine düstere Atmosphäre.

Auf diese Weise pendeln sich Morcheeba auf ihre charakteristischen Klangfarben ein und alles ist so, wie es der Hörer von den drei Briten kennt. Da wären Skyes samtweiche Stimme („Under the ice“), einschmeichelnde Melodien („I’ll fall apart”), Reggae- und Dancehall-Anleihen („Make believer“) sowie modernisierter TripHop mit HipHop/Rap-Einflüssen („Release me now“, „To be“).

So kommt „Head Up High“ am Ende ohne Durchhänger, aber auch ohne besondere Highlights aus und erweist sich als grundsolides Werk, das auch einer Generation gefallen könnte, die mit dem Begriff TripHop nichts mehr anzufangen weiß.

Anspieltipps:

  • Hypnotized
  • Call it love
  • I’ll fall apart
  • Release me now

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