Past And Future - Universium - Cover
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Past And Future Universium


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ich bin dann mal im Garten, das Indie-Kraut aus dem letzten Retro-Sommer jäten.

Past And Future sind so etwas wie der Inbegriff von Indie-Musik. Man findet die neue Platte „Universium“ nur schwer, wenn man sie bei den Händlern des Vertrauens sucht, die Musik ist von britischer Rock-Musik der 80er-Jahre inspiriert und die Lieder leben mehr von mitsingbaren Hooklines und knackigen Garage-Rock-Sounds, als von großen Strukturen. Ach, und natürlich kommt der Dreier aus Berlin, wo es für jede Art von Musik eine Nische und mehr als genug Inspiration gibt.

In „Shirley MacLaine“ singen sie kurz englisch „time is running, time is out“ und die letzten Zweifel, dass die Jungs sich neben Krautrock-Sound nicht auch an britischen Vorbildern orientieren, sind zerstreut. Jetzt streut man noch ein paar Querverweise zu den Pixies ein und fertig scheint der feuchte Traum so vieler Indie-Rockfans, die den geballten Sturm an R'n'B-orientiertem Pop nicht mehr ertragen können.

Mit freiem Zugriff auf groovigen Blues im Opener und Country in „Alles Was Zählt“ lässt sich die selbst gewählte Freiheit des Dreiers am leichtesten beschreiben. Die Quintessenz solcher Stücke fällt jedoch immer zurück auf kernigen Garage-Rock mit Gesang, der stets die Nähe zum Sprechen sucht. Das sorgt für einen gewissen Punkanklang, der gerne auch positiv an Love A erinnert. Deutschland gibt sich wieder einmal rau anstatt korrekt mit Anzug und Krawatte.

Was sich im Ansatz so fantastisch anhört, muss leider auf einen gewissen Bereich beschränkt werden. Wie bereits erwähnt leben die Lieder von ihren Hooklines. Stellvertretend für diese Idee bestehen gefühlte 90% des Liedes „Mein Freund“ aus dem Titel gebenden Wort „Universium“. Und so wie das leicht falsch ausgesprochene Universum besagten Track dominiert, leben die meisten der Songs von nicht viel mehr als einer Tagline, die stets leicht verändert oder plakativ wiederkehrend durch die Lieder führt. Das sorgt hier und da für Ermüdungserscheinungen und besonders auf textlicher Ebene nutzt sich das Album dadurch schnell ab.

Was hilft und das Album mindestens rettet, ist die immer wieder knackige, aber nie hektische Musik, wenn sie wie in „Alles Was Zählt“ gleich eine ganze Hand voll Metamorphosen durchmacht. Und natürlich ist davon auszugehen, dass gerade live viele Zuhörer nach den einfach mitzusingenden Zeilen lechzen und beherzt mitgrölen. Mit astreinen Winks an die Vergangenheit in „Laut“ und „Durch Die Nacht“, die aggressiv auf Synthesizer und Keyboard setzen, schafft die Band es zudem noch in den überschaubaren Ton-Horizont der eigenen Musik ein wenig Farbe zu bringen, der in der Reprise zum Abschluss zwar jegliche Konzentration verliert und in „Laut“ übermotiviert laut daherkracht, aber Perfektion ist wohl auch das Letzte, was man mit Past And Futures schroff frischem Sound in Verbindung bringen sollte und möchte.

Anspieltipps:

  • Es Geht Voran
  • Alles Was Zählt
  • Durch Die Nacht

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