Rah Rah - The Poet´s Dead - Cover
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Rah Rah The Poet´s Dead


  • Label: DevilDuck/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Dynamischer Indie-Power-Pop mit hohem Suchtpotential!

Rah Rah sind ein Quintett aus Kanada mit zwei weiblichen und drei männlichen Mitgliedern. Sie begannen anno 2005, waren zwischenzeitlich als Sextett unterwegs und wurden im Jahr 2009 in der Bestenliste von iTunes als „Best Alternative New Artist“ und „Best New Canadian Artist“ gekürt. Auf der Bühne spielten sie unter anderem mit Interpreten wie Wintersleep, Plants And Animals und Minus The Bear. Ihr nun vorliegendes drittes Album „The Poet’s Dead“ erschien in Kanada bereits im vergangenen Jahr. Beim SXSW-Festival in Austin entdeckte sie Jörg Tresp vom Label DevilDuck und nahm sie unter Vertrag, so dass nun eine breitere Öffentlichkeit Rah Rah entdecken darf.

Was die fünf hier im Bereich zwischen Indie-, Power-Pop und Canamericana auf die Beine stellen, ist mehr als entdeckenswert. Auf der einen Seite sind es ihre Spielfreude und Leidenschaft, auf der anderen sind es ihr Songwriting und dessen stimmige Umsetzung, was hervorzuheben ist. Vorangetrieben werden die Songs mit einem dynamischen Rhythmusspiel, das den Hörer förmlich zur Bewegung oder zum Tanze auffordert. Die lässigen und kraftvollen E-Gitarren-Riffs werden hier und da von melodieverliebt-schwirrenden Keyboards oder wogend bis fiebernden Akkordeon- und Violinpassagen flankiert. Ein weiteres Plus sind die Singstimmen. Marshall Burns hat diesen nasalen, geradezu süchtig machenden Twang, der sich hervorragend mit Erin Passmores gurgelnd-vibrierender Stimme paart. Wiederholt werden die Gesangsparts auch im Wechsel durchgeführt.

„Art And A Wife“ ist der schmissigste Auftaktsong, den im Jahr 2013 bisher eine Indie-Band hingelegt hat. Die kurz und knackig inszenierten Stromgitarrenduelle, eine optimistisch in die Höhe schnellende Dynamik und diese sich unwiderstehlich erhebenden Stimmen passen einfach hervorragend. Das sich anschließende „Prairie Girl“ steht dem in nichts nach und rückt die weibliche Singstimme ins Zentrum. In „First Kiss“ steckt das ganze Glück, das ganze Drama jenes einschneidenden Erlebnisses und nimmt gleich die Melancholie des Liebeskummers mit ins Boot. Dem Power-Pop von „20s“ folgt das in Folk und Rock schwingende „Dead Man“ mit einem psychedelischen Keyboard-Hauch. Schwungvoll und mit ähnlichen Mitteln in der Waagschale muss auch das mitreißende „Fake Our Love“ umschrieben werden. Auf dem Titelsong stehen Akustikgitarre, Dynamik, Harmoniestimmen und Melodie im Zentrum.

„I’m A Killer“ und „Run“ klingen wie Coverversionen von New Wave Songs der späten 70er- oder frühen 80er-Jahre, die aber die Verve des Alternative Rock der 90er und den Pop-Charme der Gegenwart miteinbeziehen. „Saint“ entführt uns mit silbrig-schweifenden Keyboards, schmachtenden Stimmen, die von heavy rockenden Gitarren und einer treibend-dynamischen Rhythmik polarisiert werden. Danach folgen zwei Bonussongs, die nur auf der DevilDuck-Version zu finden sind und nochmals die ganze Bandbreite der Kanadier unter Beweis stellen. Fazit: Rah Rah sind eine echte Entdeckung, die hohes Suchtpotential verursachen kann!

Anspieltipps:

  • Art And A Wife
  • First Kiss
  • Dead Man
  • Run
  • Fake Our Love

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