Dave Stewart - Lucky Numbers - Cover
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Dave Stewart Lucky Numbers


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Middle Of The Road“-Pop und waschechter Country-Rock. Dave Stewart kurvt auf beiden Straßen und tankt einen Schuss R&B hinzu.

Der vielfach preisgekrönte und von Bob Dylan als „explosiver Musiker” und „furchtloser Erneuerer“ bezeichnete Dave Stewart erlangte in den 80er-Jahren an der Seite seiner Partnerin Annie Lennox Berühmtheit. Als Eurythmics verkauften sie über 100 Millionen Alben und erzielten einige Chartserfolge mit Singles. Zudem schreibt Stewart Songs für Künstler wie Katy Perry, Mick Jagger (The Rolling Stones), Gwen Stefani, Bono (U2), Sinead O‘Connor, Bon Jovi und viele andere. Auch ein eigenes Multimediaunternehmen betreibt der Engländer, in dem er seine Ideen in Musik, Film, TV, Bücher, Theater und neue Medien einfließen lässt. Zuletzt machte er mit seiner Solo-Platte „The Ringmaster General“ und der All-Star-Band SuperHeavy (Mick Jagger, Joss Stone u.a.) auf sich aufmerksam.

Auf seinem neuesten Werk mit dem Titel „Lucky Numbers“ hat der umtriebige Brite wieder hochkarätige Gäste um sich geschart: Gitarrist Tom Bukovac (Tany Tucker, Wynona Judd), Bassist Michael Rhodes (Dolly Parton, Dixie Chicks) sowie Drummer Chad Cromwell, der bereits mit Neil Young und Mark Knopfler zusammengearbeitet hat. Zudem setzen Steel Gitarrist Dan Dugmore (James Taylor, Linda Ronstadt) und Klavierspieler Mike Rojas (Lady Antebellum) ganz besondere Akzente.

Dass Dave Stewart kein begnadeter Sänger ist, wird er selbst am besten wissen, dennoch hat seine Stimme das Potential, Emotionen zu transportieren. Wie schon auf seinen vorangegangenen Alben hat er in Martina McBride, Vanessa Amorosi, Laura Michelle Kelly, Karen Elson und Holly Quin Rah Harmonie- und Duettpartnerinnen an seiner Seite, die ihm gut zu Gesicht stehen. Wahrscheinlich ist es für Stewart ein leichtes, einige Musiker und Sängerinnen zusammenzutrommeln, sobald er genügend Titel für ein Album beisammen hat.

Die zwölf Songs strahlen Gelassenheit und Reife aus, mixen Country, Rock, Blues, Pop und einige wenige Electro-Elemente. Leider driftet auf manchen Stücken jene Gelassenheit in eine gepflegte Langeweile ab. Ausgerechnet das heiße Thema Drogen („Drugs Taught Me A Lesson“) verpufft zum belanglosen MOR Pop, der leider auch auf dem Titelsong gegenwärtig wird. Dagegen gelingt ihm mit „How To Ruin A Romance“ eine augenzwinkernde Country-Reggae-Nummer. Ferner mixt er R&B hinzu („What’s Wrong With Me“), schießt dabei aber mit Schweinerock-Gitarre übers Ziel hinaus. „Why Can’t We Be Friends“ klingt nach einem countryfizierten John Lennon, der auch auf „You And I“ durch die Szenerie geistert. Mit Karen Elson besingt er den „Nashville Snow“ als sanft-harmonische Ballade mit Steel-Guitar, die noch schönere Kreise auf „Never Met A Woman Like You“ zieht.

Insgesamt gesehen eine Angelegenheit mit Licht und Schatten, denn hin und wieder stehen die Konzessionen an den Massengeschmack etwas zu sehr im Vordergrund. Dennoch kriegt Stewart die Kurve und bietet vor allem ab Mitte der Platte wiederholt waschechten Country-Rock, der den Hörer zu berühren versteht.

Anspieltipps:

  • How To Ruin A Romance
  • You And I
  • Never Met A Woman Like You
  • One Step Too Far

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