Monster Magnet - Last Patrol - Cover
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Monster Magnet Last Patrol


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine abgefahrene Scheibe, bei der alle Farben verschwimmen und der Funkkontakt zur Erde wohl schon länger nicht mehr besteht.

Wie war das nochmal mit den Albumtiteln? Nach welchen Kriterien werden die ausgesucht? Nach dem Klang? Dann ist „Last Patrol“ für eine Band wie Monster Magnet gar nicht mal die schlechteste Entscheidung. Sollte es jedoch so sein, dass Dave Wyndorf mit dieser Namensgebung dezent auf den besten Song der vorliegenden Platte hinweisen wollte, dann ist das ein Gag, über den Monster Magnet vielleicht sogar selbst lachen müssen. Der Titeltrack ist gelinde gesagt Schrott, sogar innerhalb einer völlig abgefahrenen Scheibe wie dieser, bei der alle Farben verschwimmen und der Funkkontakt zur Erde wohl schon länger nicht mehr besteht. „Last Patrol“, also der Song, nicht das ganze Album, ist ein Elend, das sich über neun Minuten erstreckt, obwohl das Ding eigentlich nach knappen vier Minuten gegessen war. Doch scheinbar wurde hier keine Landeerlaubnis erteilt, was bereits zu einem so frühen Zeitpunkt, immerhin befinden wir uns noch fast am Anfang der Platte, schlimmes erahnen lässt.

Es mag rückblickend Zufall sein, dass die längsten Stücke auf dieser neunten Monster Magnet-Scheibe gleichzeitig auch die schlechtesten sind. Denn das Problem liegt nicht zwangsläufig in den ausufernden Strukturen, sondern im Kern von Songs wie „End Of Time“ und „Stay Tuned“, die selbst in einer zugespitzten Form langweilen würden. Ähnliches war auch bei dem Donovan-Cover „Three Kingfishers“ zu befürchten, mit dem Monster Magnet jedoch wesentlich behutsamer umgehen, was im Anschluss zu einem deutlichen Aufschwung im Mittelteil des Albums führt: „Paradise“ ist eine gediegene, dafür aber wirklich funktionierende Nummer, „The Duke (Of Supernature)“ erweist sich mit seiner Acid-Space-Cowboy-Atmosphäre als wahres Herzstück von „Last Patrol“.

Dazwischen gab es noch so durchgedrehten Kram wie „Hallelujah“ und „Mindless Ones“ zu bestaunen, bei dem Monster Magnet holpernd, polternd und etwas stolpernd die eine oder andere Konvention aus dem Weg pusten und sich dem psychedelischen Grundton ihres neuen Longplayers hingegeben, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Anders bei den besagten Problemfällen „End Of Time“ und „Stay Tuned“, die den Abschluss dieser 52-minütigen Odyssee in einen merkwürdigen Trip ausarten lassen. Hier reißen die Sicherungen, sofern es welche gab, dann endgültig durch und Monster Magnet schweben irgendwo vor sich langhin. Ob sie wohl jemals wieder eingefangen werden?

Anspieltipps:

  • The Duke (Of Supernature)
  • Paradise
  • Mindless Ones

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