Zola Jesus - Versions - Cover
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Zola Jesus Versions


  • Label: Sacred Bones/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zola Jesus' Akustik-Scheibe hätte so viel mehr sein können...

Herzzerreißend emotional und gefühlvoll. Das war wohl die simple, aber auch sehr klare Prämisse für Zola Jesus' Akustik-Versuch „Versions“. Weg mit den Synthesizern und der Elektronik, und das Hauptaugenmerk sei auf Zolas Stimme und ein Streicher-Quartett gelegt. Kann das funktionieren? Natürlich! Zola wäre nicht die Erste, die ein solch minimalistisch erscheinendes Projekt startet. Was kann bei einem solchen Album schief gehen? Nun, wer Jesus für Beats und tanzbare Nummern hört, der wird hier passen. Einem potentiellen, neuen Publikum wird ein heute nicht allzu häufiger, aber zumeist gut umgesetzter Pop-Ansatz präsentiert.

Dass „Versions“ jedoch kein Meisterwerk ist, liegt an grundsätzlichen Schwachpunkten. Im Zentrum der nötigen, aber nie erdrückenden Kritik steht Zolas Stimme. Diese ist fein, hat genug Volumen, aber hat auch Grenzen und hat nicht die Tragweite einer Amy Lee Hartzler oder Florence + The Machine. Letzterer Vergleich fällt offenkundig während Stücken wie „Night“. Sobald das Tempo wirklich schleppend wird, lassen sich Parallelen ziehen, die nicht Zola als Siegerin vom Platz ziehen lassen. Außerdem merkt man den Verweisen auf Jesus' bisherige Karriere an, dass das Streicher-Quartett nicht immer die eigentlich angedachten Beats und Sounds ersetzen kann. Das drückt sich entweder in grenzwertig schrillen Klängen in „Hikikomori“ oder elektronischen Hilfestellungen während der zweiten Hälfte des Albums aus.

Bevor man in die Lobeshymnen für ein eingängiges Pop-Album mit sehr eigenem Soundgerüst einstimmen kann, muss dem Auftakt des Albums noch auf die Finger gehauen werden. So wichtig „Avalanche (Slow)“ für die Fangemeinde und den Sound des Albums auch sein mag, ist das darauf folgende „Fall Back“ ebenfalls eine typische Auftaktnummer, sodass sich die Scheibe zu Beginn ein wenig zieht. Dennoch rettet sich „Versions“ trotz all dieser kleineren und größeren Probleme durch durchgehend gute Melodien. Mit leichten Abzügen, darf Zola Jesus von sich zu Recht behaupten, dass ihr Hymnen am Fließband gelungen sind. Das kann sich mit Lana Del Rey messen, wird allerdings gerade aufgrund der fehlenden Elektronik nicht so viele Fans finden.

„Versions“ hätte letztlich noch viel mehr sein können, wenn die Musik sich mehr auf die Stärken und Möglichkeiten eines Streicher-Quartetts besonnen hätte, anstatt irgendwie Stile zusammenzubringen, die nicht immer passen wollen. Die kreativ erscheinenden Grundlagen werden oft für schöne und gleichzeitig sehr durchschaubare Pop-Konstrukte aufgegeben, sodass die Chance ein ums andere Mal vertan wird, aus einem fraglos guten Album ein richtig großes Stück Musik zu machen.

Anspieltipps:

  • Fall Back
  • In Your Nature
  • Run Me Out

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