Diana - Perpetual Surrender - Cover
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Diana Perpetual Surrender


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Ideenreichtum, sowie die Nachweise von guter Musik, heben „Perpetual Surrender“ leicht über das Mittelmaß.

Diana heißt eigentlich Carmen Elle. Genaugenommen hat sie vier Namen. Neben Carmen Elle gäbe es da noch den gelernten Saxophonisten Joseph Shabason, Drummer Kieran Adams und bisheriges Live-Mitglied Paul Matthew. Wie man da auf den Namen Diana kommt, erklären nur investigative Recherchen oder die blühende Fantasie der Hörer. Vorstellungskraft sollte man ebenfalls mitbringen für den recht schwer zu fassenden Stil, den Carmen mit ihrer Band verfolgt. Von bedächtigem Lounge über 80er-Jahre-Pop-Landschaften bewegt sich der Vierer aus Toronto auf einem Terrain, das abgehoben klingt, aber nicht immer abheben möchte.

Mit „Foreign Installation“ beginnt das Album dabei sehr vielversprechend. Ein Hauch vergangener Jahrzehnte mischt sich mit verführerischem Gesang und einem modernen Soundgerüst zu einer schwerelos anmutenden Mischung. Das Tempo bleibt zwar so verhalten, dass man sich nur auf sehr unkonventionelle und schwebende Art zu dieser Musik bewegen kann, doch die Anziehungskraft dieses Ansatzes ist nicht zu verleugnen.

Gerade wenn der Hörer mehr von dieser Richtung erwartet, konzentriert sich das Album jedoch auf moderne Interpretationen des Pop wie ihn Peter Gabriel früher betrieben hat. Die aus der Mode gekommenen Einschübe eines Saxophon-Solos und klackernde Beats aus dem PC sorgen zusammen mit vielen synthetischen Klängen aus dem Keyboard für eine völlig neue Stimmung. Wenn dieser Mix tanzbar ist, dann funktioniert er wie im Titeltrack ausgezeichnet und macht von seiner Retro-Note hervorragenden Gebrauch. Konzentriert sich die Band hingegen nicht darauf, das Jetzt mit in die Partie einzubeziehen, kommen nur schwer zündende, weil fremdelnde Lieder heraus („That Feeling“).

Gleiches gilt für die zweite Hälfte von „Anna“ und der sphärisch plätschernde Ausklang des Albums („New House“ und „Curtains“) nimmt sich schlichtweg zu viel Zeit und gebraucht zu wenig Tempo-Wechsel für ein so kurzes Album. All die Kraft, die der Opener und der Titeltrack zusammen mit dem ebenfalls starken „Born Again“ aufgebaut haben, ebbt viel zu träge ab. Es tut beinahe weh mitzuerleben, wie der kanadische Vierer hier sein Momentum verpasst und ein interessantes, wenn auch nur die Hälfte der Zeit auf den Punkt gebrachtes, individuelles Klangerlebnis abliefert. Der Ideenreichtum, sowie die Nachweise von guter Musik sollten allerdings genug sein, um „Perpetual Surrender“ leicht über dem Mittelmaß zu sehen.

Anspieltipps:

  • Foreign Installation
  • Perpetual Surrender
  • Born Again

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