Paul Ansell - A Date With Paul Ansell´s No. 9 - Cover
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Paul Ansell A Date With Paul Ansell´s No. 9


  • Label: I Sold My Soul Media
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Aber hallo: Paul Ansells Frischzellenkur für den alten Kumpel Rockabilly!

Paul Ansell hat ein Date mit seiner Band Number Nine, der er natürlich als Sänger vorsteht. Er ist fast zwei Jahrzehnte im Geschäft und hat mit Elvis-Gitarrist Scotty Moore zusammengearbeitet. Zudem mit Künstlern wie Reggie Young, David Briggs, Billy Swan oder Billy Lee Riley. Die Filmemacherin Sandra Nettelbeck hat Ansells Songs „Jump In“ und „Walking Back To Baby’s Arm“ für den Soundtrack ihres Films „Mr. Morgans Last Love“ verwendet, beide sind auch auf dem vorliegenden Album integriert. Dabei gibt „Jump In“ den Opener ab, der den Hörer sofort abholt und ins Rockabilly-Geschehen entführt. Was für eine Nummer, so herzerfrischend und ungezwungen, dass jegliches Retrogezeter gar nicht aufkommen will.

Der Mann hat’s einfach drauf, spielt eine lässig aus der Hüfte heraus geschossene Rhythmusgitarre und singt. Nein, Ansell ist nicht nur ein Sänger, er ist ein Crooner und Tremoliere vor dem Rock’n’Roll-Herrn, dass es einem die Schuhe auszieht. Vollkommen unangestrengt, Manierismen beiseite lassend, vibrieren seine Stimmbänder zwischen Charlie Rich, Johnny Cash und Elvis Presley. Mit der Betonung auf dem zwischen, denn wie eigen seine Stimme klingt, wird einem zunächst auf dem Schleicher „Give It All Away“ gewahr und nach einigen Durchläufen tritt seine prägende Stimme auf allen Titeln hervor.

Zudem schafft es Ansell, den Begriff Rockabilly weiträumig auszugestalten, schlenkert an die mexikanische Grenze mit Mariachi-Bläsern („Blue Blue World“), tanzt und sumpft im Cajun („Hey Puppa“), lässt den Twang heulen („Bad Bad Man“), huldigt Hank Williams („Hanks Song“) sowie Johnny Cash („I’m The One To Blame“, „Crawling Back To You“) und lässt auch Elvis („Crawling Back To You“) nicht außen vor. Und mit „Creep“ hat er einen an Roy Orbison/David Lynch mahnenden Titel am Start. Von 18 Songs hat Ansell ganze elf selbst geschrieben, nicht unbedingt jedermanns Sache im Rockabilly-Gewerbe, bei dem oft vieles zur Oldie-, Parodie- oder Tanz-Show verkommt. Hiervon sind Paul Ansell und seine Number Nine weit entfernt und müssen zur kreativen Szene, zu der bspw. auch Daisy & Lewis, JD McPherson, Sallie Ford & The Sound Outside sowie einige andere gehören, gerechnet werden.

Paul Ansell hat die Gabe, den alten Kumpel Rockabilly frisch und unverbraucht klingen zu lassen und ihn mit neuen Songs zu beseelen. Er legt hier ein Album vor, das es verdient hätte, nicht nur von Eingeweihten gehört zu werden. Seine Soundtrack-Beiträge werden ihm hierzu hoffentlich verhelfen!

Anspieltipps:

  • Jump In
  • Bad Bad Man
  • Creep
  • Give It All Away

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