Birdy - Fire Within - Cover
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Birdy Fire Within


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine (wirklich) junge Ausnahmekünsterlin mit einem umso überzeugenderen Album erobert Herzen.

Birdy sollte eigentlich noch mehr Schlagzeilen schreiben, als ihr Name es ohnehin schon tut. An der britischen Künstlerin ist vieles so außergewöhnlich, dass man gar nicht genau weiß, wo man anfangen soll. Da wären ihre Stimme, ihr Alter, ihre ganz eigene Interpretation der Songs, die sie covert. Und die Tatsache, dass ihr zweites Album ausschließlich eigens geschriebene Lieder enthält. Das sind elf Stücke, die unter die Haut gehen. Auf der Deluxe Version sind es sogar 15 an der Zahl.

Dass die Lieder keine Coversongs sind, wäre an sich natürlich nicht außergewöhnlich, sondern selbstverständlich. Birdys Karrierestart und Durchbruch gelangen ihr aber eben genau durch das Covern von mehr oder minder bekannten Songs. „People help the people“, ursprünglich ein Lied von Cherry Ghost, erlangte dabei die größte Aufmerksamkeit. Doch auch „Skinny love“ von niemand Geringerem als Bon Iver oder „Terrible love“ von The National waren ganz vorn mit dabei.

Umso überraschender und beachtenswerter also, dass „Fire within“ nur Eigenkompositionen enthält. Dabei ist der Name des Albums perfekt gewählt, denn aus der jungen Künstlerin sprüht ganz offensichtlich ein unbändiges Feuer und in ihrer Brust schlägt ein Herz, das für die Musik brennt. Zu erkennen ist das am deutlichsten an ihrer Stimme, die man unmöglich ihrem Alter zuordnen kann. Siebzehn Jahre jung ist Birdy, die eigentlich Jasmine van den Bogaerde heißt. Abgesehen von ihrer Stimme braucht sie (zumindest live) nicht viel. Das Klavier, das sie einwandfrei beherrscht, fungiert als ihre Begleitung und kreiert die unausgesprochen tiefgründige Atmosphäre ihrer Musik.

Die erste Single des neuen Albums, „Wings“, ist zugleich der Opener des Werkes und treffend gewählt. Wie ein Teenager die Lyrics zu diesem, aber auch zu Songs wie „Words as weapons“ oder „All you never say“ so authentisch und so herzzerreißend interpretieren kann, bleibt ein Rätsel. Doch nimmt man es ihr vollkommen ab, die Gefühle, die Traurigkeit, das Feuer von innen. Birdy spielt dabei vor allem mit ihrer Stimme (die sie zum Beispiel auf „Strange birds“ in ihrer ganzen Fülle entfaltet) und mit ruhigen Songs („No Angel“, „Shine“), die bis zum Ende leisen Tönen gewidmet sind und trotzdem eine Spannung aufbauen. Nur selten kommen sie so richtig aus sich raus, doch wenn es wie in „Standing in the way of light“ letztendlich passiert, ist die Wirkung umso beeindruckender.

Das gilt auch für die Künstlerin selbst, die mit ihrem jungen Alter durch ihr Talent überzeugt und die mit Sicherheit eine große Karriere vor sich hat. Das zweite Album und das erste mit eigenen Songs sind dafür Beweis und Startschuss zugleich.

Anspieltipps:

  • Wings
  • Words as weapons
  • Standing in the way of light
  • Shine

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