Skunk Anansie - An Acoustic Skunk Anansie: Live In London - Cover
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Skunk Anansie An Acoustic Skunk Anansie: Live In London


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 88 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gemütliches Wohnzimmer, 900 sitzende Fans, null Provokation – und trotzdem gut!

Todgesagte leben länger - das weiß man einfach! Im Falle von Skunk Anansie hat der Hörer und Fan die positive Überraschung der Reunion aber längst hinter sich und darf sich mittlerweile voll und ganz auf stets neues Material freuen. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem letzten Studioalbum „Black Traffic“ (2012) halten Skin (Gesang), Ace (Gitarre), Cass (Bass) und Mark (Schlagzeug) ihr Flaggschiff weiterhin auf Kurs und präsentieren sowohl neue als auch alte Songs im akustischen Gewand. Böse Zungen fühlen sich wahrscheinlich spätestens jetzt bestätigt, sind die Kompositionen der letzten beiden Alben doch zum Teil sehr viel poppiger als die der 90er-Jahre und somit wie geschaffen dafür, unplugged und mit dezenten Streichern performt zu werden. Einen Abbruch tut das dem allerersten dokumentierten Akustik-Set der Briten aber keinesfalls.

Ein Erfolg ist „An Acoustic Skunk Anansie: Live In London“ schon jetzt. Die 900 Karten für den am 15. April 2013 stattgefundenen Gig in der Cadogan Hall war binnen kürzester Zeit ausverkauft. Davon, dass es den Fans gefallen hat, darf man sich selbst überzeugen, auch wenn es ein wenig befremdlich wirkt, wenn die Hörer anscheinend nicht mehr die der 90er sind und bestuhlt mitfeiern. Provokation war gestern - heute sind Skunk Anansie eine gereifte Band, die es sich auf der zum Wohnzimmer gestalteten Bühne gemütlich macht und in erster Linie musikalisch überzeugen kann und will. Besonders Deborah Anne Dyer aka Skin profitiert enorm von der Ausrichtung auf „An Acoustic Skunk Anansie“. Mehr als zuvor steht ihre Stimme im absoluten Mittelpunkt - die Arbeit ihrer Kollegen und dem Streichensemble wird beinahe zur reinen Makulatur. Ihr Organ wird also einer Bewährungsprobe unterstellt, welche an und für sich gänzlich unnötig erscheint. Dass sie singen kann, hat Skin schon oft genug - auch solo - bewiesen und tut dies abermals. Songs wie „Charity “, „Weak“, „Hedonism (Just Because You Feel Good)“ und das neuere „I Hope You Get To Meet Your Hero“ leben von der wahnsinnig guten Performance der Frontfrau. Nur schade, dass die Setlist hauptsächlich aus Songs besteht, die von Vornherein zum Konzept kompatibel waren.

Gerade schnellere und schroffere Nummern wären in einem neuen Gewand eine ganze Ecke interessanter und spannender gewesen. Wo ist „All I Want“, wo „Little Baby Swastikkka“ und wo „Selling Jesus“? Hier verpassen es Skunk Anansie besonders, ihren Fans etwas ganz Besonderes zu bieten und wählen den leichteren Weg. Es ist kaum zu glauben, dass die Band eigentlich immer noch im Alternative Rock beheimatet ist und das liegt vielmehr an der Songauswahl und weniger am Akustikgewand selbst. Dennoch ist „An Acoustic Skunk Anansie: Live In London“ ohne Frage empfehlenswert und fängt die Atmosphäre des Abends stimmungsvoll ein. Das Paket umfasst eine CD sowie eine DVD mit dem gesamten Konzert. Hier ist sowohl der Sound als auch das Bild glasklar. Es erreicht zwar nicht Blu-Ray-Qualitäten, spielt aber in der oberen Liga eines DVD-Mitschnitts mit. Freunde von Skin und ihren Jungs werden also gut bedient, auch wenn der eine oder andere Wermutstropfen zu finden ist. Aber mit Setlists ist das ja so eine Sache - man kann eben nicht alles haben und Skunk Anansie machen das was sie machen gut.

Anspieltipps:

  • I Hope You Get To Meet Your Hero
  • Charity
  • God Loves Only You
  • Weak
  • Hedonism (Just Because You Feel Good)

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