The Dodos - Carrier - Cover
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The Dodos Carrier


  • Label: Polyvinyl/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
2/10 Leserwertung Stimme ab!

Kunstfertiger Art-Pop trifft auf luftige, vogelfreie Folk-Melodien.

Der Dodo ist eine längst ausgestorbene Vogelart, die im Kinderbuch „Alice im Wunderland“ wieder auftauchte, was dem kapuzentragenden und flugunfähigen Nachtvogel eine neue Popularität bescherte. Im Jahr 2005 benannte Meric Long sein Solo-Akustik-Projekt Dodobird, das sich nach der Begegnung mit Logan Kroeber zu The Dodos formierte. Das aus San Francisco stammende Duo legt nun mit “Carrier” sein bereits fünftes Album vor. Die Bühne teilten sie mit Bands wie Wovenhand, Les Savy Fav und Peter And The Wolf.

Bei The Dodos trifft Akustisches auf Elektrisches, das Leise auf das Laute, das Melancholische auf die Zuversicht, Rock auf Folk und Art- auf Indie-Pop. Die verschachtelten, dennoch hell leuchtenden Melodien erinnern an die Bowerbirds und die Department Of Eagles, die Dynamik an das neue Album von Volcano Choir oder das von Owen („L’ami Du Peuple“) und die zart gesponnenen Passagen an Rogue Wave oder die Horse Feathers. Dabei bleiben sie immer ganz bei sich selbst, lassen ihren Songs einen scheinbar freien, geradezu luftigen Lauf, der wiederholt in dynamische Sequenzen übersetzt wird.

Die dunklen in Moll brummenden Gitarrensaiten sind der Kontrast zur hellen Singstimme Meric Longs und das so mächtige wie erhaben donnernde Schlagzeugspiel setzt einen weiteren Gegenpol. Drummer Kroeber kommt schließlich aus dem Bereich Progressive Metal. Manchmal erinnern bestimmte Parts auch an neuseeländische oder australische Bands der 80er-Jahre wie z.B. The Chills oder The Go-Betweens, die am Klanghorizont mitschwingen, ohne sich in einen direkten Vordergrund zu spielen.

Wirklich greifbar werden The Dodos nicht, sie bleiben in ihrem eigenen Kosmos, drehen melodische Kreise und Ellipsen, die keinem Vers-Refrain-Schema folgen und sind weder eingängig noch sperrig. Ein wenig Hingabe und Aufmerksamkeit sollte ihnen der Hörer schon schenken, er wird hierfür mit kunstfertigen Kompositionen belohnt.

Anspieltipps:

  • Substance
  • Relief
  • Destroyer
  • The Ocean

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