Sheryl Crow - Feels Like Home - Cover
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Sheryl Crow Feels Like Home


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach einem Soul-Ausflug nun ein Country-Album. Mit der Reife des Alters gelingt auch das.

In den USA ist „Feels Like Home“, das neue Album von Sheryl Crow, bereits im September 2013 erschienen, ohne dass es – wie bei früheren Veröffentlichung der Sängerin und Songschreiberin – auch nur annähernd für großen Wirbel gesorgt hätte. Mit neun Wochen Verweildauer in den Charts und der höchsten Notierung auf Platz 35 (Stand: Januar 2014), ist das Album (im Übrigen das erste für Sheryl Crows neuen Vertragspartner Warner Music) unerwartet schnell wieder aus dem Fokus geraten. Unerwartet deshalb, weil sich die 51-Jährige nach ihrem Soul-Ausflug auf „100 Miles From Memphis“ (07/2010) nun wieder in Richtung Country und Folk orientiert und damit zurück zu ihren Wurzeln tendiert, wie wohl auch der Albumtitel suggerieren möchte.

Neben dem allgegenwärtigen John Shanks hat sich Sheryl Crow für das Songwriting Hilfe bei so illustren Kollegen wie Jeff Trott, Chris DuBois, Luke Laird, Leslie Satcher, Chris Stapelton, Al Anderson, Brad Paisley sowie Natalie Hemby geholt und damit die Voraussetzungen geschaffen, um so authentisch wie möglich in einen Nashville-Sound einzutauchen. Doch so wie es Sheryl Crow bereits auf ihren frühen Alben verstand, ihre Country-Wurzeln in poppig-rockige Songs zu verpacken, tauchte sie auch die Stücke auf „Feels Like Home“ in zugängliche Mainstream-Strukturen, die dadurch allenfalls noch einen leichten Nu-Country-Touch verströmen, der nicht erst durch Taylor Swift (24) zu internationaler Popularität gelangte.

Wer wie Taylor Swift locker sechs Millionen Einheiten pro Album absetzt, ist deshalb ein immer häufiger gewähltes Paradebeispiel, bei dem man gerne ein wenig abkupfert. Und so sattelt nun auch Sheryl Crow die Pferde, trägt Cowboyhut und reitet zu in aller Regel sehr entspannten Midtempo-Klängen in den Sonnenuntergang. Dabei begegnet der Hörer ausreichend Herzschmerzliedern („Callin‘ me when I’m lonely“, „Give it to me“), kitschigen Balladen („Waterproof Mascara“, „Homesick“) und urigen Schunkel-Stückchen („Crazy ain’t original“, „Homecoming queen“).

Auf diese Weise klingt „Feels Like Home“ zwar nicht gerade wie ein spritziges Country-Album, sondern fast schon wie ein altersweises Country-Pop-Werk, das uns irgendwie an längst vergangene „All I wanna do“-Zeiten erinnern möchte, dabei aber durchaus Charme versprüht und tatsächlich um eine echte Nu-Country-Authentizität bemüht ist.

Anspieltipps:

  • Shotgun
  • Homesick
  • Nobody’s business
  • Callin‘ me when I’m lonely

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