Peter Gabriel - And I´ll Scratch Yours - Cover
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Peter Gabriel And I´ll Scratch Yours


  • Label: Fontana/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die vor drei Jahren von Peter Gabriel gecoverten Künstler covern zurück.

Ja, dies ist wiederum ein Peter-Gabriel-Album mit Coverversionen. Aber diesmal covert der 63-Jährige nicht die Songs anderer Künstler, sondern zusammen mit zwölf Gaststars sich selbst. Heißt zusammenhängend betrachtet: „Scratch My Back” (02/2010)… „And I’ll Scratch Yours” (09/2013) sind künstlich getrennte eineiige Zwillinge, die sich nun endlich gefunden haben.

Aus fraglos hervorragenden Originalvorlagen aus beinahe dem gesamten, mehr als drei Dekaden ausmachenden Schaffensstrang Gabriels, haben Künstlerkollegen wie David Byrne, Paul Simon, Lou Reed, Randy Newman, Brian Eno, Joseph Arthur und Regina Spektor eigene Interpretationen geschaffen und die Stücke damit aus ihren ursprünglichen Korsetts befreit. So führt David Byrne „I don’t remember“ auf den Dancefloor, während Bon Iver „Come talk to me“ in einen hypnotisch-sakralen Mantel aus Banjo-Klängen und schwebenden Vocals taucht.

Regina Spektor macht aus „Blood of Eden“ eine stimmungsvolle Pianoballade, die dem tränenrührigen Original in nichts nachsteht und Stephen Merritt (The Magnetic Fields) entlockt dem 1980er Original von „Not one of us“ einen Electro-Wave-Popper, der auch in dieser Form toll in die Achtziger gepasst hätte. Joseph Arthur dampfte „Shock the monkey“ in einen düsteren Klangteppich ein und Randy Newman krempelte „Big time“ in einen typischen Newman-Storyteller-Song auf dem Piano um.

Arcade Fire tauchen „Games without frontiers“ in ein geisterhaftes Arrangement aus düsteren Bässen und bedrohlichen Trommelattacken und auch Elbow verbreiten in „Mercy street“ alles andere als Festtagsstimmung. Leslie Feist liefert ein betörend und elfenhaft gesungenes „Don’t give up“ ab. Im krassen Gegensatz dazu schießt Altmeister Lou Reed die Pop-Hymne „Solsbury hill“ mit seiner windschiefen Stimme und einer E-Gitarre sturmreif, bevor Paul Simon dem Album mit dem finalen „Biko“ als akustischer Folk-Popper die Krone aufsetzt. Da fällt das Urteil am Ende leicht: „And I’ll Scratch Yours” stellt Cover-Kunst auf einem ganz besonderen Niveau dar!

Anspieltipps:

  • Mercy street
  • Solsbury hill
  • Blood of Eden
  • Come talk to me
  • Games without frontiers

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