In Extremo - Kunstraub - Cover
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In Extremo Kunstraub


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

In Extremos „Kunstraub“ fällt härter aus und ist dadurch stärker dem Deutsch- als dem Mittelalter-Rock zugetan.

Die Berliner Band In Extremo ist die erfolgreichste deutsche Mittelalter-Rockband. Allein ihre letzten beiden Studioalben „Sängerkrieg“ (05/2008) und „Sterneneisen“ (02/2011) erreichten Platz eins der Album-Charts, was im Übrigen auch vom neuen Werk „Kunstraub“ erwartet wird.

Der Albumtitel wurde von einem realen Verbrechen inspiriert. Sackpfeifer Dr. Pymonte las von einem Kunstraub, deren Beute lediglich aus einem unverkäuflichen Picasso-Gemälde bestand. Da hat sich Pymonte gefragt, was die Motivation zu so einem unverständlichen Delikt sein könnte und einen Text dazu kreiert. Der dazugehörige Song brettert los wie die Feuerwehr und endet mit schönen Dudelsackklängen.

Zu den gewohnten In-Extremo-Songs gehören „Der die Sonne schlafen schickt“, „Gaukler“ und „Feuertaufe“, da sie neben harten E-Gitarren, treibenden Drumbeats und der Reibeisenstimme von Micha Rhein, auch die typischen mittelalterlichen Texte sowie Instrumente wie Drehleier, Dudelsack, Schalmei, Flöte oder auch Davul enthalten. „Doof“ ist dagegen in brutales Rockbrett mit provokativem Text, das mit seiner aktuellen Gesellschaftskritik allerdings untypisch und gewöhnungsbedürftig klingt, aber den Mut zur musikalischen Veränderung von In Extremo illustriert.

Im Gegensatz dazu regieren bei „Alles schon gesehen“ sanfte Töne, die aufgrund der sonst eher härteren Gangart besonders auffallen. „Belladonna“ glänzt mit anzüglichem Text, der von extrem flotten Rhythmen angetrieben wird und richtig Spaß bringt. Bei „Du und ich“ setzen In Extremo auf den Wechsel zwischen schnellen und ruhigen Arrangements und die Ballade „Die Beute“ stellt einen etwas anderen Sehnsuchtssong Marke InEx dar.

In Extremo haben auf „Kunstraub“ eine Schippe Härte draufgelegt und scheuen sich nicht, neben ihren mittelalterlichen Instrumenten, Einflüsse aus Hardrock und Heavy Metal zu verarbeiten. Daraus ergibt sich eine fast perfekte musikalische Abwechslung, die auch auf den guten alten Mittelalter-Touch nicht verzichten muss. Trotzdem müssen die Ur-Fans damit leben, dass sich auch eine Mittelalter-Rockband weiterentwickeln möchte und nicht ewig an lateinischen oder gälischen Texten festhält. Nichtsdestotrotz besitzt das Album kaum Schwächen, sodass es In Extremo gelingen dürfte, ihre Erfolgsgeschichte fortzusetzen und vielleicht noch neue Fans dazuzugewinnen.

Anspieltipps:

  • Der Die Sonne Schlafen Schickt
  • Gaukler
  • Feuertaufe
  • Belladonna
  • Du Und Ich

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