Icona Pop - This Is... - Cover
Große Ansicht

Icona Pop This Is...


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 32 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zielgruppe des Albums? Gesucht werden Menschen im Partyfieber mit guter Laune und eisernen Nerven.

Während das Debütalbum von Icona Pop bereits im vergangenen Jahr in Schweden veröffentlicht wurde, ließ dieser Schritt in Deutschland auf sich warten, denn mehrmals wurde der Termin verschoben. Wer nicht nur ungeduldig ausgeharrt, sondern auch mit Vorfreude die diversen Änderungen hingenommen hat, soll hiermit vor allzu großen Enttäuschungen gewarnt werden: Das Warten hat sich nicht gelohnt!

Natürlich ist es keine Schande, den fetzigen Beats des Elektro-Pop-Hit des Jahres „I love it“ zum Opfer gefallen zu sein und sich auch nach der gefühlt millionsten Wiederholung im Radio immer noch beim Mitsingen zu ertappen. Der Song verbreitet Sommerstimmung, gute Laune und hat unbestrittenes Party-Potenzial. Als erster Titel eines langerwarteten Albums also an sich ein gelungener Einstieg. Nun ist aber nicht mehr Sommer, sondern Winter und es endet eben auch nicht jeder Tag mit einem Partyabend.

Ginge es nach den elf Songs des Duos Aino Jawo und Caroline Hjelt, müsste aber genau das der Fall sein. Runterkommen, sanfte Töne, Pausen zwischen den Electro-Beats, all das gönnen die Schwedinnen ihren Hörern nicht. Vor allem die erste Albumhälfte folgt auf fatale Weise dem Stil von Aqua‘s „Barbie Girl“ aus den 90ern. Da werden Erinnerungen wach, jedoch nicht ausschließlich Gute. Vor allem dann nicht, wenn dieser Stil erweitert wird: noch mehr Elektro-Krach, noch höhere, verzerrte Stimmen und stellenweise ein undankbar eingesetzter Synthesizer. Bestes Beispiel hierfür: „Ready for the weekend“. Allerdings ist bei einem Song mit diesem Namen hinsichtlich bereits erwähnter Partyintention Verwunderung kaum angebracht.

Zugegeben, nicht alles ist schlecht auf dem Album der skandinavischen Girlband. Die beiden Singleauskoppelungen laufen schließlich nicht ganz ohne Grund im Radio und die Scheißegal-Einstellung kann mit der richtigen Attitüde seitens der Hörer sicherlich ansteckend sein. Und dann gibt es tatsächlich auch Songs, die nicht ganz so übertrieben aufgedreht sind. Darunter fallen „In the stars“, „Hold on“ und „Just another night“, wobei letzteres schon wieder einen entfernten Vergleich zu den ruhigeren Songs von Avril Lavigne, gekreuzt mit der Musik der Vengaboys zulässt. Ob diese Einflüsse gewollt sind oder ob irgendjemand sich solche Mischungen wünschen könnte, sei dahin gestellt.

Fakt ist, um „This is … Icona Pop“ genießen zu können, braucht man drei Dinge. Erstens: gute Ohren. Und zwar keine, die ausgesprochen sensible Geräusche wahrnehmen, sondern solche, die viel aushalten. Zweitens: gute Laune mit mindestens halbstündiger Ausdauer. Drittens: Alkohol. Ansonsten empfiehlt es sich, den Repeat-Knopf gleich beim ersten Lied zu drücken. Denn „I love it“ in Dauerschleife sind wir wenigstens aus dem Hörfunk gewohnt. Ansonsten ist dieses Album einfach nur enttäuschend!

Anspieltipps:

  • I love it
  • Girlfriend
  • In the stars
  • Hold on

Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Icona Pop“
comments powered by Disqus