Adolar - Die Kälte der Neuen Biederkeit - Cover
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Adolar Die Kälte der Neuen Biederkeit


  • Label: Zeitstrafe/INDIGO
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Textlich gewohnt hochtrabender Post-Hardcore mit immer deutlicherem Hang zum Pop.

Wenn im Quasi-Titeltrack zum ersten Mal Bläser und Adolar selbst mittlerweile bei TV Total auftauchen und einen faszinierend unlustigen Werbespot für ihren Auftritt beim Bundesvision Song Contest vorstellen, dann kann der gemeine Hardcore-Biedermann sich durchaus verstört abwenden. Zeichnet sich die „Szene“ doch - obwohl konservativ bis zum Anschlag - vornehmlich dadurch aus, sich selbst für die Opposition zum Mainstream zu halten. Wozu natürlich auch gehört, von Zeit zu Zeit US-Band-Shirts zu Phantasiepreisen mit Papis Goldener aus Übersee zu ordern und sich sonntagvormittags Katalogmotive aus der Klischee-Hölle tätowieren zu lassen, aber das nur am Rande.

Adolar jedenfalls haben ein prächtiges drittes Album voller Querverweise aufgenommen, dass trotz allen Popeinschlages nach wie vor unbequem ist und im Prinzip überallhin noch eher passt, als ins deutsche Fernsehen. Dafür sorgen schon Tom Mischoks Stimme, latent quengelig und neben dem Ton wirkend, sowie das fast durchweg unkonventionelle Arrangement und Songwriting. Und dazwischen, wie gesagt, umarmender Pop: Wenn in „Raketen“ der etwas windschiefe Refrain mit seinem rostigen Kitsch sich Bahn bricht, dann weiß man schon, was man an Adolar hat.

Apropos Kitsch: Wer kennt sie nicht, die Nach-Schweden-Zieh-Mädchen? Im dazu passenden Song will Tom hin und das ist es auch, wofür man diese Band so toll finden kann. Hier darf das Folk-Motiv neben dem Szene-Code stehen. Hinter all den Coolness-Friesen und „Was soll das?“-Albumtiteln versteckt er sich vielleicht, der Sinn. Oder auch nicht.

Anspieltipps:

  • Raketen
  • Neue Biederkeit
  • Nach Schweden Ziehen

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