Janelle Monáe - The Electric Lady - Cover
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Janelle Monáe The Electric Lady


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Metropolis-Saga geht in die nächste Runde!

Es hat mehr als drei Jahre gedauert, doch nun ist Janelle Monáe Robinson (27) zurück, um ihre im Jahr 2008 begonnene und im Jahr 2010 preisgekrönt fortgesetzte Metropolis-Saga mit dem dritten und vorletzten Akt bzw. den Kapiteln vier und fünf auf dem Album „The Electric Lady“ fortzusetzen. Wiederum dreht sich in der Science-Fiction-Story alles um die mit Superkräften ausgestattete Androidin Cindi Mayweather – verpackt in 16 Tracks, gespickt mit Gastauftritten von Prince, Erykah Badu, Miguel, Solange Knowles und Esperanza Spalding.

Janelle Monáes Metropolis-Saga ist ein musikalisch unheimlich ambitioniertes Projekt, das auf dem „The ArchAndroid“-Album kurz davor stand, vor Kreativität zu platzen und aus eben diesem Grund nicht gerade leicht konsumierbare Kost darstellte. Der Nachfolger „The Electric Lady“ ist zwar ebenfalls mit großen Ambitionen ausgestattet, die stilistisch in ein Bett aus Soul, R&B, Pop, Jazz, HipHop, Dubstep und Funk gesteckt wurden, doch erscheint das Album insgesamt runder und leichter zugänglich, ohne dass die 27-Jährige allzu große Zugeständnisse an Kommerz und Mainstream gemacht hat.

Nach einem Intro wie zum nächsten James-Bond-Film („Suite IV electric overture“) beginnt „The Electric Lady“ mit dem wohl spektakulärsten Gastauftritt von niemand geringerem als Prince in „Givin em what they love“. Mit hypnotischen Grooves und dem sexy Falsett-Gesang des Meisters brennt sofort die Luft, die sich auch so schnell nicht abkühlt. Denn im folgenden „Q.U.E.E.N.“ bohren sich die Bässe in die Magengrube, während die beiden Ladys sich die Bälle am Mikrophon zuspielen. Dahinter möchte die kleine Schwester von Beyoncé nicht zurückstehen und liefert im pumpenden Titeltrack eine ebenso heiße Vorstellung ab.

Doch das alles scheint nur ein extralanges Vorspiel für das Duett mit dem R&B-Sänger Miguel gewesen zu sein, der zusammen mit Janelle Monáe in „Primetime“ ganz tief in einen Bottich mit Zuckerwatte eintaucht und mit ihr um die Wette schmachtet. Doch eh das Ganze zu zäh wird, strampelt sich Frau Monáe die klebrige Masse im treibenden „We were rock & roll“ wieder vom Leib, zieht weiter in die Klangwelten eines Ennio Morricone („Look into my eyes“), macht einen Abstecher auf das Love Boat („Ghetto woman“) und beendet den Ritt mit dem hitverdächtigen „What an experience“.

Mit „The Electric Lady“ ist Janelle Monáe erneut ein aufregendes Album geglückt, das sich mit seiner künstlerischen Vielseitigkeit deutlich von der tagtäglichen Stangenware unterscheidet, ohne dass es dem Hörer zu viel abverlangt. Ein geglückter Spagat!

Anspieltipps:

  • Primetime
  • Q.U.E.E.N.
  • Ghetto woman
  • What an experience
  • We were rock & roll
  • Dorothy Dandridge eyes

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