Múm - Smilewound - Cover
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Múm Smilewound


  • Label: Morr/INDIGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Überraschend eingängig und doch gewohnt komplex. Múm servieren ein hochklassiges Menü.

Islands Experimental-Gespann Múm um seinen Kern aus Örvar und Gunni schlägt mit dem aktuellen Album „Smilewound“ eine deutlich luftigere Richtung ein. Waren die Vorgänger zumeist verschachtelt und erst nach vielen Durchgängen ansatzweise zu verstehen, so ist dieser Longplayer im Verhältnis dazu reiner Pop. Gewohnt verspielt und mit schwarzhumorigen Titeln wie „Toothwheels“ und „The Colourful Stabwound“ ausgestattet, ist diese Reise eine willkommene Abwechslung zum allzu bodenständigen Indie-Pop, wie ihn andere fabrizieren.

So treffen zahlreiche Percussions mit wahlweise karibischem oder orientalischem Flair auf industriell anmutende Sounds, greifen die Streicher sowie Synthesizer zu überwältigenden Melodien und wird es einfach nur wunderschön träumerisch. Genau da setzt „Underwater Snow“ an, schwebt vom Piano geprägt über die sonderbare, isländische Landschaft und pulsiert befeuert durch den Rhythmus doch höchst antreibend. „When Girls Collide“ macht danach mal so gar keine Gefangenen und fungiert als lupenreiner Hit für Indie-Tanzflächen. Analoge Synthesizer und vollends losgelöste Harmonien packen so dermaßen zu, wie man es von Múm nicht unbedingt erwartet hat. Das tut der Freude darüber allerdings keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Die Isländer verabreichen mit „Smilewound“ vollmundig den Beweis, wie auch komplexe Arrangements und wilde Klangkreaturen eingängig enden können.

Besonders deutlich wird das bei „Candlestick“ und „One Smile“, die in Drum‘n‘Bass-Manier zu Werke gehen und doch den Spieltrieb nicht außen vor lassen. Insgesamt gelingt der Formation so ein wunderbar erfrischendes Album, das Klangästhetik tanzbar macht, aber auch in den ruhigen Momenten überzeugt.

Anspieltipps:

  • Underwater Snow
  • When Girls Collide
  • Candlestick
  • The Colorful Stabwound

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