Blauson - In My Safe Place - Cover
Große Ansicht

Blauson In My Safe Place


  • Label: Popup Records/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Indie- oder Art-Pop? Deutsch-schweizerische Formation mit geheimnisvollen Songs.

Aus Dresden, Leipzig und Zürich kommen Blauson, die sich im Jahr 2011 gründeten und nach dem Pseudonym ihres Sängers, Liederschreibers und Gitarristen Christian Manss benannten. Neben ihm wirken Luca Burkhalter (Keyboard), Noah Punkt (Bass) und Paul Amerella (Schlagzeug) mit. Nach ausgiebigen Touren durch Deutschland, die Schweiz und Tschechien, arbeitete das Quartett an seinem Debütalbum weiter, das nun unter dem Titel „In My Safe Place“ erscheint.

Blauson verstehen es, in ihren Songs eine allmähliche Spannung aufzubauen, deren Entwicklung rund und organisch verläuft. Aus einfachen Gitarrenakkorden bauen sie melodiöse Lieder, die von federnden oder mächtigen Rhythmen vorangetrieben werden. Die Synthies schnüren eine silbern-goldene Schleife drum herum oder sorgen für Gegenpole. Manss‘ Stimme ist zurückgenommener Natur, hat jedoch eine spezielle, beinahe nuschelnde Färbung, die im Gedächtnis hängen bleibt. Auch die Dynamik der Songs passt, sie sorgt für Spannung und hält den Hörer bei der Stange. Manchmal werden Melodielinien gebrochen, die einzelnen Instrumente scheinen sich auf eine Suche zu begeben, die letztlich wieder zur ursprünglichen Form zurückfindet, selbst die erste Single-Auskopplung „Pure“ folgt dieser Struktur.

Die Blauson-Songs sind seltsame Konstrukte, sehr eigen, deshalb kaum mit anderen Interpreten zu vergleichen. Immer wieder schmuggeln sie kleine, unerwartete Details in ihre Lieder, die Chorstimmen auf „Ready“ oder „Move On“ kommen unerwartet, fügen sich jedoch wie der Faden ins Nadelöhr. Besonders sind auch Stimmung und Atmosphäre, die von diesem Album ausgehen. Etwas Schleppendes, Verschlafenes und Schleichendes wird wahrgenommen, das jedoch immer wieder in die Leichtigkeit des Pop überführt wird.

Bis auf einen Titel wird in Englisch gesungen, jener deutschsprachige ist „Übersee“, der auch ein klein wenig die Stimmung bricht und zunächst fremd wirkt. Nach einigen Durchläufen jedoch, wird der Titel als Bestandteil des Ganzen akzeptiert und offenbart eine weitere Facette von Blauson. Hier treffen Leichtigkeit und Poesie aufeinander, wie sie auch auf „Merge“ und „As You See“ zu finden sind. Ist das noch Indie- oder bereits Art-Pop? So richtig will keine Zuordnung greifen, was den Stil betrifft. Die häufig geforderte Eigenständigkeit liefern Blauson mit ihrem geheimnisvollen Pop unverkrampft ab. Seltsam, aber gut!

Anspieltipps:

  • Pure
  • Ready
  • Übersee
  • Merge

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7/10

Feels Like Air
  • 2018    
5/10

Ein Zimmer Küche Bad
  • 2018    
Diskutiere über „Blauson“
comments powered by Disqus