Black Joe Lewis - Electric Slave - Cover
Große Ansicht

Black Joe Lewis Electric Slave


  • Label: Vagrant Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach vorne preschender Blues, Rock, Funk und R&B. Blut, Schweiß und Tränen mit Black Joe Lewis.

Alleine der Name: Black Joe Lewis. Der vermittelt Blues, Schwärze, Dreck. Ein Blues, der hart rockt und zwischen Funk und R&B über den klebrigen Tanzboden hämmert. Im Jahr 2007 fing es so richtig an mit Black Joe Lewis, der mal mit dem Zusatz ‚& The Honeybears‘ oder eben nur als Black Joe Lewis seine Alben ausschwitzt. Ja, es sind Blut, Schweiß und Tränen, die hier aus den Rillen oder dem Silberling dampfen. „Black Joe Lewis“ war der erste lange Streich, nachdem er bereits eine EP eingespielt hatte. 2009 dann der Durchbruch mit „Tell ‚Em What Your Name Is!“, dem zwei Jahre später „Scandalous“ folgte. Der aktuelle Aufschrei: „Electric Slave“, das nächste Biest, das es zu bändigen oder freizulassen gilt.

Der erste Tanz ums goldene Kalb ist „Skulldiggin“: Mit der Schaufel ausholen, den Totenschädel vergraben. Ein Sturm fegt über das Grab hinweg, Bass und Drums stampfen in die Erde. Die zerrenden und heulenden Gitarren fiebern mit Lewis‘ Stimme, die fleht, röchelt und tiefe Furchen in die schwarze Gesichtshaut schneidet. Die atemlosen „Young Girls“ zappeln um die Wette, eine Art Voodoo-Punk. Ein Gemisch aus Schweiß, Bier, Kippen und Parfum liegt in der Luft. Lewis als ungezähmtes Tier, die Punk-Blues-Rock-Fetzen fliegen dir um die Ohren. „Dar es Salaam“ schaltet einen Gang runter und die Bläser zucken wie Schlangen, kurz und bestimmt nach vorne stoßend zum blues-rockenden Gitarren- und Rhythmussumpf.

Die Story geht weiter mit „My Blood Ain’t Runnin‘ Right“, Blut ist dicker als Wein. Das Herzblut fließt von Lewis zum Hörer und wieder zurück. Er klingt wie ein Biest, das mit Howlin‘ Wolf und John Lee Hooker die Zähne bleckt. Er bekennt sich „Guilty“, aber nur um postwendend „Come To My Party“ zu fordern, auf der ein „Vampire“ sein Unwesen treibt. Die Bläser scheinen verzweifelt um Luft zu ringen, geben ihr Letztes, kämpfen an gegen das Gitarren- und Rhythmusgewitter. Jemand schreit „Make Dat Money“, wird „The Hipster“, der sich in „Golem“ verwandelt und ansetzt zum brachial majestätischen Finale namens „Mammas Queen“.

Black Joe Lewis ist der elektrische Sklave, der den Aufstand nicht nur probt, sondern geradeaus nach vorne prescht. Heulend, mit wütender Leidenschaft, bellend, flehend, blutend und schwitzend, getränkt in einem heißen Bad aus Rock, Blues, Funk und R&B. Sein bisher härtestes Album. Ein Schlag ins Gesicht, der richtig gut tut!

Anspieltipps:

  • Skulldiggin
  • My Blood Ain’t Runnin’ Right
  • Make Dat Money
  • Mammas Queen

Neue Kritiken im Genre „Blues“
7/10

If You´re Going To The City: A Tribute To Mose Allison
  • 2019    
Diskutiere über „Black Joe Lewis“
comments powered by Disqus